Tokios Kernverbraucherpreisindex stieg im November um 2,8 % im Jahresvergleich, unverändert zu Oktober und über Marktprognosen. Diese Entwicklung stärkt den Fall für eine Zinserhöhung der Bank of Japan bis Jahresende. Steigende Lebensmittelpreise waren der Hauptfaktor.
Daten des japanischen Innenministeriums vom 28. November zeigten, dass der Kernverbraucherpreisindex in Tokio, der Frischlebensmittel ausschließt, im November um 2,8 % im Jahresvergleich stieg. Dies entsprach dem Niveau von Oktober und übertraf leicht die Median-Prognose der Ökonomen von 2,7 %. Der Kern-Kern-Index, der sowohl Frischlebensmittel als auch Energie streicht, stieg ebenfalls um 2,8 %, unverändert zum Vormonat.
Der Anstieg wurde größtenteils durch anhaltende Gewinne bei Lebensmittelpreisen angetrieben, wobei Reis um 37,9 % bis 38,5 % im Jahresvergleich, Kaffeebohnen um 63,4 % und Schokolade um 32,5 % teurer wurden. Dienstleistungspreise stiegen um 1,5 %, leicht rückläufig von 1,6 % im Oktober und milder als der 4,0 %-Anstieg bei Warenpreisen. Schnellere Steigerungen der Stromkosten kompensierten langsamere Anstiege bei verarbeiteten Lebensmitteln.
Als führender Indikator für nationale Trends stärkt Tokios VPI die Überlegungen der Bank of Japan (BOJ) zu einer Politikverschärfung. Die BOJ beendete letztes Jahr ein jahrzehntelanges Stimulusprogramm und hob die Zinsen im Januar auf 0,5 %, da Japan nachhaltige 2 %-Inflation nahe ist. Sie hielt seither stabil, um Auswirkungen US-amerikanischer Zölle zu prüfen, doch anhaltende Inflation hat die Board-Meinungen zu einer Erhöhung verschoben.
Marcel Thieliant, Leiter Asien-Pazifik bei Capital Economics, sagte: „Mit einem immer noch straffen Arbeitsmarkt und Inflation ohne Frischlebensmittel und Energie, die vorerst über 3 % bleibt, wird die Bank of Japan ihren Straffungszyklus in den nächsten Monaten wieder aufnehmen.“ BOJ-Vorstandsmitglied Asahi Noguchi warnte am Donnerstag, dass ein erneuter Yen-Rückgang Lebensmittelpreise weiter antreiben könnte, und drängte auf keine Verzögerungen bei Zinserhöhungen.
Separate Oktoberdaten zeigten eine unerwartet starke Fabrikproduktion von 1,4 % monatlich dank starker Autoproduktion. Hersteller prognostizieren jedoch einen Rückgang um 1,2 % im November und 2 % im Dezember, was auf eine mögliche Verschärfung durch US-Zölle hinweist. Reflationistische Berater von Premierministerin Sanae Takaichi warnen vor einer frühen Erhöhung und verweisen auf schwache Konsum und eine Kontraktion des BIP im dritten Quartal.