TSE unterbricht Urteil zur Aberkennung des Roraima-Gouverneurs mit zwei Stimmen dafür

Das Oberste Wahlgericht (TSE) Brasiliens hat das Urteil zur Aberkennung des Gouverneurs von Roraima, Antonio Denarium (PP), und des Vizegouverneurs Edilson Damião (Republicanos) nach zwei Stimmen für die Aberkennung gestoppt. Minister André Mendonça folgte der Berichterstatterin Isabel Gallotti teilweise, doch Vizepräsident Nunes Marques forderte mehr Zeit und unterbrach die Sitzung. Die Politiker bleiben im Amt, während das Verfahren weiterläuft.

Das Urteil des TSE zur Aberkennung der Mandate von Antonio Denarium und Edilson Damião wegen Missbrauchs politischer und wirtschaftlicher Macht bei den Wahlen 2022 wurde im August 2024 nach einer einjährigen Pause wiederaufgenommen. Am 26. August stimmte Ministerin Isabel Gallotti für die Bestätigung des Beschlusses des Regionalen Wahlgerichts Roraima (TRE-RR), das die Mandate 2023 wegen unregelmäßiger Nutzung sozialer Programme wie Cesta da Família und Morar Melhor für Wahlzwecke annulliert hatte.

Das Programm Cesta da Família wurde im Januar 2022 eingeführt und vereinte frühere Projekte, um bis zu 50.000 einkommensschwache Familien zu unterstützen, was die Wahlstaatsanwaltschaft (MPE) als Versuch ansah, die kostenlose Verteilung in einem Wahljahr zu legitimieren, was gesetzlich verboten ist. Morar Melhor umfasste Renovierungen von Wohnhäusern armer Familien. In einem 82-seitigen Votum bestätigte Gallotti Vorwürfe einschließlich Lieferungen von Grundnahrungsmitteln, Überweisungen von fast 70 Millionen Reais an 12 von 15 Gemeinden und übermäßige Ausgaben für Werbung und stellte fest, dass die öffentliche Katastrophe durch Covid-19 als Vorwand für Wahlvorteile genutzt wurde.

Am Dienstag, dem 11. November, folgte Minister André Mendonça der Berichterstatterin teilweise und erkannte Missbrauch in zwei von vier Handlungen an: der wahlrechtlich unzulässigen Nutzung der Sozialprogramme. Er wies auf den Sprung von 10.000 auf 50.000 Begünstigte bei Cesta da Família und den potenziellen Einfluss hin, der den Wiederwahlvorsprung von Denarium um 44.000 Stimmen überstieg. 'Beide ereigneten sich im Wahljahr und weisen ausreichende Schwere auf für die Verhängung der angemessenen Sanktion bei Anerkennung der missbräuchlichen Praxis. Quantitativ wurden mehr als 40.000 Familien begünstigt', erklärte Mendonça.

Nach der Abstimmung forderte Minister Kassio Nunes Marques Einsicht, was das Urteil aufschob. Die verbleibenden Abstimmenden sind Antonio Carlos, Floriano de Azevedo Marques, Estela de Andrade Bezerra und Präsidentin Cármen Lúcia. Das TRE-RR erklärte Denarium auch für unwahlberechtigt und ordnete Neuwahlen an, doch die Angeklagten bestreiten Unregelmäßigkeiten und bleiben bis zu einer endgültigen Entscheidung im Amt.

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