Die Abstimmung begann am Donnerstag bei den Parlamentswahlen in Bangladesch, den ersten seit dem Sturz von Sheikh Hasina im Jahr 2024. Mit Verbot der Awami-Liga steht die BNP-geführte Koalition gegen das Bündnis der Jamaat-e-Islami. Fast 127 Millionen Wähler entscheiden auch über Verfassungsreformen im Referendum zum Juli-Charta.
Die Parlamentswahlen in Bangladesch und das Referendum zur Juli-Charta begannen am 12. Februar 2026 in einer Abstimmung, die die politische Zukunft des Landes neu definieren könnte. Die Umfragen liefen von 7:30 Uhr morgens bis 16:30 Uhr in 299 von 300 Wahlkreisen, einer wurde wegen des Todes eines Kandidaten abgesagt. Die Wahlkommission setzte fast eine Million Sicherheitskräfte ein, die größte Zahl in der Wahlgeschichte des Landes. Diese Wahl folgt auf den Sturz der Regierung von Sheikh Hasina im August 2024 inmitten von Studenten- und politischen Protesten, die einen 18-monatigen Übergang unter der Interimsführung von Muhammad Yunus beendeten, nach dem die Awami-Liga verboten wurde. Yunus forderte die Wähler auf, diesen Tag zum 'Geburtstag eines neuen Bangladesch' zu machen. Die Hauptbewerber sind die Bangladesh Nationalist Party (BNP) mit Vorsitzendem Tarique Rahman, der aus Dhaka-17 antritt, und Jamaat-e-Islami unter Führung von Ameer Shafiqur Rahman aus Dhaka-15. Nasiruddin Patowary von der National Citizen Party fordert BNP-Mann Mirza Abbas in Dhaka-8 heraus. Insgesamt treten 1.755 Kandidaten von 50 Parteien und 273 Unabhängige an, darunter 83 Frauen. Die BNP warf Jamaat vor, die Wahlen mit Geldmacht zu sabotieren, nachdem ein Jamaat-Führer mit fast 74 Lakh Taka erwischt wurde. Jamaat nannte es eine 'inszenierte Show'. Über Nacht kam es in der Awami-League-Hochburg Gopalganj zu Gewalt, bei der mindestens zehn Cocktail-Explosive bei Zusammenstößen geworfen wurden. Sowohl BNP als auch Jamaat werfen der Awami-Liga Wahlfälschung bei den Wahlen 2014, 2018 und 2024 vor. Jamaat-Chef Shafiqur Rahman, der Diplomaten zum Mittagessen einlud, beschrieb die Beziehungen zu Indien als 'bunt' und priorisiert, und fügte hinzu: 'Es gibt keine Minderheiten. Sie sind alle Bangladeschis... Bürger erster Klasse.' Das BNP-Wahlprogramm betont 'Bangladesch zuerst' und 'Freund ja, Herr nein', während Jamaat konstruktive Beziehungen zu Nachbarn einschließlich Indien verspricht.