Ein Zeuge der Anklage schilderte vor einem Bundesgericht, wie der ehemalige Luftfahrtminister Hadi Sirika angeblich ein Flugzeug von Ethiopian Airlines nutzte, um den Start von Nigeria Air im Jahr 2023 vorzutäuschen. Die Aussage fiel während Sirikas Prozess wegen Amtsmissbrauchs und der Veruntreuung von über 2 Milliarden Naira.
Christopher Odofin, der zwölfte Zeuge der Anklage und Ermittler der EFCC, sagte am 10. Juni 2026 vor Richter S.C. Oriji am High Court des Federal Capital Territory (FCT) in Abuja aus. Er beschrieb, wie eine Maschine von Ethiopian Airlines mit der Lackierung von Nigeria Air am 27. Mai 2023 für eine statische Präsentation am Nnamdi Azikiwe International Airport platziert wurde, die weniger als 72 Stunden dauerte, bevor das Flugzeug am 29. Mai nach Addis Abeba zurückkehrte. Odofin verlas Details aus einem am 24. Mai 2023 unterzeichneten Chartervertrag, der die Flugbewegung ab Addis Abeba festlegte und vorsah, dass die Besatzung von Ethiopian Airlines den Flug in ihrer eigenen Uniform durchführen würde. Die Präsentation wurde über Tianaero Nigeria Limited arrangiert, das Unternehmen, dem der Auftrag für Nigeria Air erteilt wurde. Sirika steht zusammen mit seiner Tochter Fatima Hadi Sirika, seinem Schwiegersohn Hamma Jalal Sule und der Firma Al Buraq Global Investment Limited wegen einer sechsfachen Anklage der EFCC vor Gericht. Die Anklagebehörde legte zudem Dokumente sowie eine CD mit einer Sprachnachricht von Sirika vor, die das Gericht bei der nächsten Anhörung anhören wird.