Bei der 26. Verleihung des 1Live Musikpreises in Bielefeld haben Sänger Zartmann und Rapperin Ikkimel jeweils zwei Auszeichnungen erhalten. Zartmann wurde als bester Künstler gekürt und sein Hit 'Tau mich auf' zum Song des Jahres gewählt. Die Hörer der WDR-Radiowelle entschieden in neun Kategorien über mehr als 50 Nominierten.
Die Verleihung des 1Live Musikpreises, den der WDR als größten deutschen Musikpreis bezeichnet, fand im Bielefelder Lokschuppen statt. Über vier Wochen stimmten Hörerinnen und Hörer ab, was zu einer Feier mit Pop- und Hip-Hop-Stars führte. Zartmann, der im Vorjahr den Preis mit Ski Aggu teilen musste, drückte seine Überraschung aus: «Ab jetzt spätestens fühlt es sich an wie ein Traum».
Ikkimel siegte in den Kategorien Beste Newcomerin und Bester Partysong mit ihren explizit sexualisierten Tracks. Nina Chuba gewann als Beste Künstlerin ihre vierte Krone und betrat die Bühne in einem gepunkteten Bikini-Top. Nico Santos holte sich als bester Pop-Act seine zweite Auszeichnung. Weitere Gewinner umfassten die Indie-Band Provinz für den Besten Alternative Song, Party-Rapper Finch als Bester Live-Act und Ski Aggu für den Besten Hip-Hop-Song 'Palermo' – sein sechster Sieg.
Ein Sonderpreis ging an die Filmemacher Juan Moreno und Sinan Sevinc für ihre Netflix-Doku über Rapper Haftbefehl, die Themen wie Drogensucht und psychische Probleme beleuchtet. Die Show bot Unterhaltung mit Auftritten von WiztheMC, dem Duett aus Berq und Paula Hartmann, Kraftklub mit Faber, Geburtstagskind Marteria und Tokio Hotel. Moderatorin Aminata Belli nannte die Veranstaltung eine «kleine Pause von der Realität» und eine «Weihnachtsfeier» der Musikszene.
Ernste Noten setzte Tahsim Durgun, der für Beste Unterhaltung ausgezeichnet wurde. Die Comedienne Parshad lobte ihn als Brückenbauer zwischen Kulturen. Durgun kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz scharf: «Ich wünsche, wir hätten einen Bundeskanzler, der begreift, dass auch meine Eltern dieses Land aufgebaut haben» und «er würde aufhören, mit seiner Sprache eine ganze Bevölkerungsschicht in Deutschland zu dämonisieren». Die Verleihung verband Spaß mit gesellschaftlichen Debatten.