Henning Otte kritisiert Personalstruktur der Bundeswehr

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Henning Otte, hat in seinem ersten Jahresbericht Mängel in der Personalstruktur der Bundeswehr kritisiert und vor einer Überdehnung der Truppe gewarnt. Er bemängelt eine zu hohe Anzahl an Offizieren im Verhältnis zu Mannschaftssoldaten und einen zu geringen Frauenanteil. Otte fordert ein Wachstum der Streitkräfte und rät zu einer Neubewertung der Einsätze im Nahen Osten.

Berlin. Der CDU-Politiker Henning Otte, seit Juni 2025 Wehrbeauftragter des Bundestages, hat bei der Vorstellung seines ersten Jahresberichts am Dienstag in der Bundespressekonferenz die Personalstruktur der Bundeswehr scharf kritisiert. Im Bericht wird angegeben, dass der Anteil von Mannschaftssoldaten bei 29,3 Prozent liegt. „Innerhalb der aktuellen Personalstruktur der Bundeswehr kommt somit im Verhältnis gerechnet auf einen Mannschaftssoldaten fast ein Offizier. Ob mit einer solchen Kopflastigkeit die Aufgaben der Landes- und Bündnisverteidigung der Truppe wirklich nachhaltig bewältigt werden können, ist fraglich“, heißt es darin.

Otte kritisierte zudem den Frauenanteil von nur 13,7 Prozent als „nach wie vor viel zu wenig“. Er bezog sich auf den Skandal in der Kaserne Zweibrücken, wo gegen 55 Angehörige des Fallschirmjägerregiments 26 wegen Rechtsextremismus, sexualisierter Übergriffe und Drogenmissbrauchs ermittelt wird. „Für Sexismus, für Extremismus ist in der Truppe kein Platz“, betonte er.

Das Ziel müsse ein Wachstum der Truppe sein, sagte Otte. Derzeit umfasst die Bundeswehr 184.194 Soldatinnen und Soldaten. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) strebt bis Mitte des nächsten Jahrzehnts 260.000 aktive Soldaten plus 200.000 Reservisten an. Otte äußerte jedoch Skepsis gegenüber dem neuen, freiwilligen Wehrdienst, der zu Jahresbeginn eingeführt wurde und nur bei Bedarf in eine Pflicht umgewandelt werden soll. „Wir dürfen da nicht scheitern“, unterstrich er.

Darüber hinaus warnte Otte vor einer „Überdehnung“ der Truppe und riet, nur notwendige Aufgaben zu übernehmen. Im Kontext des Iran-Kriegs, in dem Bundeswehr-Soldaten in Irak und Jordanien am Wochenende indirekt unter Beschuss gerieten, schlug er vor, einen Rückzug zu prüfen. Mehr als 500 Soldaten sind in der Region stationiert; die Präsenz in Erbil (Irak) wurde bereits reduziert, in Al-Azraq (Jordanien) wird dies geprüft. „Das muss tagtäglich bewertet werden“, sagte Otte. Pistorius habe am Montag Kontakt zu den Kommandeuren vor Ort aufgenommen.

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