Der 21-jährige usbekische Großmeister Nodirbek Abdusattorov hat den Sieg beim Tata Steel Chess Tournament in Wijk aan Zee, Niederlande, errungen, bekannt als „Wimbledon der Schachwelt“. Sein Landsmann Javokhir Sindarov wurde knapper Zweiter, während indische Favoriten am Tabellenende kämpften. Dieser Erfolg markiert Abdusattorovs Durchbruch nach Jahren knapper Misserfolge.
Das traditionelle Neujahrsturnier in den Niederlanden endete am Wochenende mit Nodirbek Abdusattorov als Sieger mit 9 von 13 Punkten. Dieser Triumph katapultiert ihn auf Platz 5 der live Weltwertung und folgt auf seinen Erfolg beim London Chess Classic im Dezember. Abdusattorov war in früheren Ausgaben nah dran: 2023 führte er in die letzte Runde, verlor aber gegen Jorden van Foreest; 2024 scheiterte er in einem Vierer-Play-off, das Wei Yi gewann; 2025 eliminierte Arjun Erigaisi ihn in der vorletzten Runde. Diesmal erholte er sich nach frühem Lead und einer Mittelturbulenzen mit drei Remis und einer Niederlage stark. In der vorletzten Runde zerlegte er die Königssicherung von Matthias Blübaum. Im Finale parierte er Arjun Erigaisis Evans-Gambit (1 e4 e5 2 Nf3 Nc6 3 Bc4 Bc5 4 b4?!) und gewann das 55 Züge dauernde Endspiel. > „Es war ein langer Weg für mich“, sagte Abdusattorov. „Ich war jedes Mal sehr nah dran und scheiterte Jahr für Jahr. Ich bin extrem glücklich, endlich dieses Turnier zu gewinnen und das in einem sehr schönen Stil.“ Javokhir Sindarov erzielte 8,5 Punkte, stieg auf Platz 11 und positioniert sich als Kandidatenbedrohung neben den US-Amerikanern Hikaru Nakamura und Fabiano Caruana. Weitere Top-Finisher: van Foreest, Hans Niemann und Vincent Keymer mit 7,5, Blübaum und der 14-jährige Yagiz Kaan Erdogmus mit 7. Die vier indischen Teilnehmer schnitten schlecht ab und landeten auf den Plätzen 10 bis 13. Weltmeister Gukesh Dommaraju holte 6,5 Punkte (50 %), Erigaisi und Rameshbabu Praggnanandhaa noch schlechter und fielen in der Wertung. Abdusattorovs disziplinierter Stil erinnert an die sowjetische Schachlegende Mikhail Botvinnik. Das Turnier verteilt Gelder über Startgebühren statt öffentlicher Preise, eine Vorliebe der Profis. Nächstes Event: Fide Freestyle World Championship am 13.–15. Februar in Weissenhaus, Deutschland, qualifiziert online.