Junge Afrikaner treten verstärkt im Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten an, wie kürzlich auf einem Gipfel in Addis Abeba hervorgehoben wurde. Die Veranstaltung betonte die Notwendigkeit der Einbindung von Jugendlichen in Initiativen der öffentlichen Gesundheit. Experten forderten die Kombination von Jugendaktionen mit politischer Unterstützung für nachhaltige Wirkung.
Der dritte jährliche Public Health Students Summit, organisiert von der African Public Health Students Network Initiative (AfricaPHSN), fand im Hauptsitz des Africa CDC in Addis Abeba statt. Diese Zusammenkunft präsentierte jugendgetriebene Bemühungen gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs), die in ländlichen Dörfern und städtischen Slums in ganz Afrika bestehen, wo Jugendliche 70 Prozent der Bevölkerung unter 30 Jahren ausmachen.
Ein Höhepunkt war ein Kamingespräch über Youth Action Against NTDs. Caesar Kogoziga, ein Jugendchampion beim Africa CDC und Experte für Resilienz und Gesundheitssysteme, betonte, dass Wasserknappheit und Ernährungsunsicherheit die Übertragung von NTDs befeuern. Er rief junge Menschen und Politiker dazu auf, „Kräfte zu bündeln“, um Wasser-, Sanitär- und Hygieneprogramme (WASH) über den anfänglichen Enthusiasmus hinaus aufrechtzuerhalten.
Vivian Joseph, eine tansanische Jugendchampionin bei Youth Combating NTDs (YCNTDs) und Spezialistin für Gesundheitsbildung, demonstrierte innovative Ansätze. Sie nutzt Straßentheater, TikTok und WhatsApp, um zugängliche Gesundheitsbotschaften zu verbreiten, und hat Gemeindekampagnen für WASH geleitet, was die Rolle der Jugendbeteiligung als entscheidende Präventionsstrategie unterstreicht.
Der Gipfel unterstrich die Bedeutung, Interventionen auf Daten zu gründen, wie die Kartierung von Krankheitslasten und die Durchführung von Knowledge, Attitudes, and Practices (KAP)-Umfragen. Die Teilnehmer setzten sich für NTD-Clubs in Schulen und Gemeinden ein, um Bewusstsein, Prävention und Advocacy zu fördern.
Allerdings bleiben Herausforderungen bestehen, darunter begrenzte Finanzierung und Anerkennung für jugendgeführte Projekte. Dr. Nanati Jemal Aliye, eine äthiopische Jugendchampionin bei YCNTDs, forderte Regierungen und globale Partner auf, Jugendführung zu institutionalisieren durch Sitze in nationalen NTD-Steuerungsausschüssen, dedizierte Budgets, Einrichtungen für kleine Zuschüsse und die Integration von Jugenddaten in Gesundheitssysteme.
YCNTDs hat Regierungen mobilisiert, die Kigali-Deklaration zu NTDs zu unterzeichnen und die 21. Auffüllung der International Development Association der Weltbank (IDA21) für Finanzierungen zu nutzen. Der Gipfel endete mit dem Start der Community of Practice on Youth and CSO Engagement in Health Security, die eine Plattform bietet, um Jugendinnovationen mit nationalen und kontinentalen Agenden abzustimmen.
Führer müssen über Rhetorik hinausgehen, indem sie Jugendlichen vertrauen, sie finanzieren und in Strategien integrieren, um Fortschritte systemisch zu machen.