Adolfo Aristarain, der gefeierte argentinische Regisseur von 'Un lugar en el mundo' und 'Martín (Hache)', ist am Sonntag im Alter von 82 Jahren in Buenos Aires gestorben, wie die Spanische Filmakademie bestätigte. Sein Tod folgt auf die von Luis Brandoni und Luis Puenzo in einer für das argentinische Kino trauerreichen Woche. Aristarain, der 2024 mit der Goldmedaille der Spanischen Filmakademie ausgezeichnet wurde, hinterlässt ein filmisches Erbe, das Identität, Exil, Familie und Kapitalismuskritik thematisiert.
Der am 19. Oktober 1943 in Buenos Aires geborene Aristarain verstarb am Sonntag im Alter von 82 Jahren in seiner Heimatstadt, wie Quellen aus seinem Umfeld und die Spanische Akademie der Filmkünste und Wissenschaften bestätigten.
Bevor er selbst Regie führte, arbeitete er als Regieassistent an über 30 Filmen mit, unter anderem für Mario Camus, Vicente Aranda, Sergio Leone und Lewis Gilbert, und lebte von 1967 bis 1974 in Spanien.
Seine Regiekarriere begann in den 1970er Jahren mit 'La parte del león' (1978), gefolgt von 'Tiempo de revancha' (1981) und 'Últimos días de la víctima' (1982), die das argentinische Kino in den letzten Jahren der Militärdiktatur prägten. Zu seinen bedeutendsten Werken zählen 'Un lugar en el mundo' (1992), der die Goldene Muschel in San Sebastián und einen Goya für den besten ausländischen Film in spanischer Sprache gewann; 'Martín (Hache)' (1997), ein internationaler Erfolg über die Dynamik zwischen Vater und Sohn im Exil; 'Lugares comunes' (2002), der mit zwei Goyas ausgezeichnet wurde; sowie sein autobiografischer letzter Film 'Roma' (2004). Er erhielt eine Oscar-Nominierung und wurde 2024 bei seinem letzten öffentlichen Auftritt mit der Goldmedaille der Spanischen Filmakademie geehrt, wobei er erklärte: "Del cine nunca te retiras" (Vom Kino geht man nie in den Ruhestand). In einem Interview aus dem Jahr 2013 kritisierte Aristarain den Kapitalismus als ein "wildes System".
Zahlreiche Würdigungen von Persönlichkeiten wie Griselda Siciliani, Dolores Fonzi und Ana María Picchio gingen in den sozialen Medien ein. Die Spanische Akademie würdigte ihn als Teil einer Generation, die "das Kino gelebt hat".