Der armenische Schachgroßmeister Smbat Lputian wurde am Freitag im Zuge strafrechtlicher Ermittlungen wegen mutmaßlichen Betrugs und Urkundenfälschung festgenommen, jedoch später wieder freigelassen. Die Vorwürfe gegen den 68-Jährigen bestehen weiterhin. Der Fall steht im Zusammenhang mit seiner Rolle an einem Forschungsinstitut für Schach.
Großmeister Smbat Lputian, eine prominente Figur des armenischen Schachs, sieht sich mit dem Vorwurf der Beihilfe zu Betrug und Urkundenfälschung konfrontiert, wie sein Anwalt Ruben Melikyan auf Facebook bestätigte. Die Behörden nahmen ihn zusammen mit zwei weiteren Personen im Rahmen einer umfassenderen Untersuchung wegen Amtsmissbrauchs, Betrugs und Dokumentenfälschung fest, berichtete Aravot.am. Das Antikorruptionskomitee Armeniens bestätigte die Festnahme gegenüber Armenia Today am Wochenende. Lputian wurde kurz nach seiner Inhaftierung wieder freigelassen, die Anschuldigungen bleiben jedoch bestehen. Er ist als Direktor des wissenschaftlichen Forschungsinstituts „Schach“ an der Staatlichen Pädagogischen Universität Armenien tätig, das Gegenstand der Ermittlungen ist. Sein Anwalt erklärte, dass sich die Untersuchung nicht auf seine Positionen als Vizepräsident des armenischen Schachverbandes oder als Gründer der 2002 ins Leben gerufenen Schachakademie Armenien beziehe. Lputian, der 1984 den Großmeistertitel erhielt und 1989 mit Weltranglistenplatz 17 seine höchste Platzierung erreichte, trug zum Goldmedaillengewinn Armeniens bei der Schacholympiade 2006 bei. Im Jahr 2009 wurde ihm der Titel „Verdienter Meister des Sports der Republik Armenien“ verliehen. Der Weltschachverband (FIDE) nahm Kenntnis von den vorläufigen Vorwürfen gegen Lputian, der als erster stellvertretender Vorsitzender des armenischen Schachverbandes geführt wird. Die FIDE würdigte seine Beiträge zur Entwicklung des Schachs sowie die Rolle des Instituts bei wissenschaftlichen und pädagogischen Programmen und äußerte die Hoffnung auf eine rasche, rechtmäßige Lösung unter Wahrung der Rechte aller Beteiligten. Lputian lehnte eine Stellungnahme bei einer Anfrage per E-Mail ab.