Mehdi Kessaci, 20, Bruder des Öko-Aktivisten Amine Kessaci, wurde am Donnerstag, den 13. November, im 4. Arrondissement von Marseille von Motorradfahrern erschossen. Dieser Mord, möglicherweise mit Drogenhandel verbunden, wird vom Justizminister Gérald Darmanin als 'alarmierender Wendepunkt' beschrieben. Eine Untersuchung wegen bandenmäßigen organisierten Mordes wurde eingeleitet.
Die Ermordung von Mehdi Kessaci ereignete sich gegen 14:30 Uhr am Donnerstag, den 13. November 2025, in der Nähe des größten Konzertsaals von Marseille und gegenüber dem Sitz des Départementsrats von Bouches-du-Rhône. Laut Staatsanwalt Nicolas Bessone hielt eine Motorrad bei dem Fahrzeug der Opfer an, während er parkte, und der Beifahrer feuerte mehrere Schüsse ab, darunter sechs Kugeln, während Mehdi noch im Inneren war. Mehrere 9-mm-Hülsen wurden am Tatort gefunden. Mehdi Kessaci, den Polizei und Justizbehörden unbekannt, könnte ein Ersatzziel gewesen sein, um eine Botschaft an seinen Bruder Amine, einen Anti-Drogenhandel-Aktivisten, zu senden.
Die Staatsanwaltschaft Marseille hat eine Untersuchung wegen bandenmäßigen organisierten Mordes und krimineller Vereinigung mit dem Ziel, ein Verbrechen zu begehen, eingeleitet. Befragt bei France Inter, erklärte der Staatsanwalt, dass die Hypothese einer Warnung an Amine Kessaci 'in dieser Phase absolut nicht ausgeschlossen' sei. 'Falls das der Fall wäre, hätten wir einen weiteren Schritt überschritten. Es erinnert uns an bestimmte schreckliche Perioden in unserem Land, in denen Menschen einfach wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Familie ermordet wurden, mit der man Probleme hat', sagte er.
Am Freitag, den 14. November, reagierte Justizminister Gérald Darmanin auf X: 'Der Mord [...] ist zweifellos ein alarmierender Wendepunkt, der die gesamte französische Gesellschaft auf die Gefahr dieser Drogen-Mafia aufmerksam machen muss.' Er forderte mehr Härte: 'Angesichts dieses Terrors müssen wir alle in Härte und den eingesetzten Mitteln weitergehen [...] in diesem Krieg, der eine ständige Mobilisierung erfordert.' Darmanin listete kürzliche Maßnahmen auf, wie das Drogenhandelsgesetz, Hochsicherheitsgefängnisse und ein nationales Staatsanwaltsamt gegen organisiertes Verbrechen.
Amine Kessaci steht seit der Veröffentlichung seines Buches Marseille, essuie tes larmes, einem Brief an seinen älteren Bruder Brahim, der bei einem Drogenmord getötet wurde, unter gerichtlichem Schutz. Laut einer Quelle nahe der Untersuchung könnte dieses Buch mit dem Anschlag in Verbindung stehen. Seit Anfang 2025 wurden 14 Menschen in Drogenmorden in Bouches-du-Rhône getötet, nach AFP. Das Ereignis hat starke Emotionen in Marseille ausgelöst, das als 'Herausforderung für den Rechtsstaat' gesehen wird.