Die schottische Indie-Band Belle and Sebastian erfüllte das Göta Lejon in Stockholm mit musikalischer Nostalgie an einem unerwartet ausgelassenen Sonntagabend. Die Band spielte ihr Debütalbum Tigermilk zum 30-jährigen Jubiläum vollständig und schuf trotz Wochentag eine lebhafte Atmosphäre.
Belle and Sebastian touren derzeit mit ihren 30-jährigen Jubiläumsalben „Tigermilk“ und „If you're feeling sinister“, wobei sie pro Stadt an zwei aufeinanderfolgenden Abenden jeweils ein Album aufführen. Im Göta Lejon in Stockholm, das zweimal ausverkauft war, herrschte an einem Sonntagabend lebhafte Stimmung. Im Hintergrund wurde ein Bild eines alten Studios mit einem laufenden Tonbandgerät projiziert, und Sänger Stuart Murdoch begrüßte das Publikum mit: „Welcome to Belle and Sebastian's first album recording“.Der Konzert begann mit dem Song „The state I am in“, der den Ton für die Geschichten des Debütalbums über Aufwachsen, Erwachsensein, sexuelle Verwirrung und spirituelle Betrachtungen setzte. Die Band, die in den 90ern einen ruhigeren Kontrast zum laddischen Britpop-Sound bot, trat mit neun Musikern auf der Bühne an. Songs wie „Expectations“ mit festlicher Trompete, „You’re just a baby“ mit Rock-’n’-Roll-Swing von Gitarrist Stevie Jackson und „Electronic renaissance“ mit Disco-Funkeln und Melodica-Solo vermischten sich mit Chamber-Pop-Elementen wie Cello, Klavier und Flöte.Nach einer kurzen Pause kehrte die Band mit einer Auswahl aus ihrer Karriere zurück, darunter das neuere „Nobody's empire“, das das Publikum auf die Beine brachte. Stevie Jacksons Soul-Ballade „Seymour Stein“ dämpfte die Begeisterung nicht. Während „The boy with the arab strap“ strömte das Publikum auf die Bühne, während Stuart Murdoch auf den Balkon schlüpfte, um zu improvisieren und mit Zuschauern zu plaudern. Das gemütliche Gefühl wurde gegen Ende ansteckender als die Musik selbst, so Rezensentin Johanna Paulsson.