Die britische Band The Last Dinner Party trat während ihrer Tour für das neue Album »From the pyre« in der Fållan in Stockholm auf. Rezensentin Saga Cavallin bemerkt, dass die Band am charmantesten ist, wenn sie am meisten Spaß haben, warnt aber, dass eine fluffigere Richtung bei ihrem nächsten Besuch kleinere Veranstaltungsräume erfordern könnte. Zu den Highlights zählten die Ballade »Sail away« und der Song »Gjuha« auf Albanisch.
The Last Dinner Party, eine Band mit fünf weiblichen und non-binären Mitgliedern aus England, verbindet symphonischen Rock, Barockpop, Keytar, Flöte, griechische Mythologie und Einflüsse von Freddie Mercury. Zuvor gab DN-Rezensentin Sara Martinsson ihrem Debütalbum »Prelude to ecstasy« von 2024 die Note Eins. Nun auf Tour für das Folgealbum »From the pyre« wurde die Band in der Fållan in Stockholm getestet. Die Band arbeitet mit flacher Hierarchie, bei der Rollen wechseln. Sängerin Abigail Morris fesselt in kniehohen Schnürstiefeln und Korsettbluse die Aufmerksamkeit wie ein »manic pixie Mick Jagger«, während Gitarristin Lizzie Mayland und Pianistin Aurora Nishevci starke Stimmen mit großem Register haben. Abigail spielt mehrere Instrumente auf der Bühne, alle tragen extravagante Outfits, die Gustav-Vasa-Stil mit Vivienne Westwood mischen – Rüschenkragen, Tartan, Lackstiefel und Puffärmel. Das Debütalbum »Prelude to ecstasy« umfasst naive Popsongs mit eingängigen Refrains und prätentiösen Elementen, während »From the pyre« Taktwechsel, Hardrock-Soli und Virtuosität auslotet. Beim Konzert glänzten die anspruchsvollsten Momente, wie die Ballade »Sail away« mit Abigails hohen Tönen und einem vollen Crescendo. Ein Highlight war »Gjuha« vom Debütalbum, auf Albanisch gesungen von Aurora Nishevci. Hits wie »Caesar on a TV screen« und »Nothing Matters« fehlten jedoch die erwartete Wucht und blieben platt. The Last Dinner Party ist am charmantesten, wenn sie am meisten Spaß haben, was ihren 1970er-Prunk verzeiht. Fållan markiert eine Wegscheide: Wenn sie fluffiger werden, wird sie beim nächsten Mal in Stockholm wohl eine kleinere Bühne brauchen, urteilt Saga Cavallin.