Am Samstag öffnete das geschlossene alte Kasino in Malmö seine Türen für die Premiere des Weinfestivals The Pour. 700 Tickets waren ausverkauft und versammelten Weinliebhaber und Amateure aller Altersstufen. Veranstalter Arvid Falk möchte Wein-Erlebnisse weniger einschüchternd und zugänglicher machen.
Das alte Kasino in Malmö, das nun zu einem Kunstmuseum umgebaut wird, verwandelte sich vorübergehend in ein Wein-Erlebnis. Die Croupier-Tische und Spielautomaten waren verschwunden; stattdessen füllten Bars den weinroten Teppich, wo Besucher Weine von verschiedenen Händlern und Produzenten probieren konnten. Das The-Pour-Festival ist eine neue Initiative von Arvid Falk von Bise, die ein breites Publikum von 25- bis 80-Jährigen ansprechen soll. „Wir wollen Wein weniger furchteinflößend machen. Ich bin ein Wein-Nerd, und oft sagen Leute, Wein sei so mysteriös und gefährlich. Das wollen wir abbauen“, sagt Falk. Besucher teilten ihre Beobachtungen zu Wein-Trends. Lina Biörsmark, die mit Freundinnen Geburtstag feierte, stellte fest, dass der Natural-Wine-Trend abnimmt. „Das ist gut, ich bin ihn leid“, sagte sie. Christian Swanson und Mikael Edmundsson fanden, dass der Natural-Wine-Trend sich erweitert hat, und schätzten die kleineren, engagierten Wein-Händler. Robert Fredh von Pompette empfahl Weine aus Savoie in den französischen Alpen und wies auf eine Rückkehr zu klassischen Weinen inmitten der Rezession hin. Kristina Strutz, die ihrem Mann das Festival zu Weihnachten schenkte, glaubte, dass Promi-Weine an Popularität verloren haben und sie hauptsächlich dort waren, um mehr zu lernen. Arvid Falk hob spaßige Trends hervor wie das Comeback von Bordeaux nach hohen Preisen und Desinteresse, Weißweine aus Cataloniens Penedès und Südwest-Frankreich. Er fand es seltsam, dass trübe, experimentelle Weine wegen der Wirtschaft abnehmen, da die Leute Klassiker und Zuverlässiges suchen. Unter langweiligen Trends nannte er den Verkauf schlechten Weins mit Chemikalien und Zucker und kritisierte die Einkäufe von Systembolaget dafür, Nachhaltigkeit nicht zu priorisieren. Die Veranstaltung schuf eine lebendige Atmosphäre, in der Jung und Alt sich vermischten und die Weinwelt erkundeten.