Französische Alpen-Skigebiete mehren festliche Veranstaltungen wie kostenlose Konzerte oder thematische Festivals, um Nebensaisons aufzulockern und neue Zielgruppen anzuziehen. Jenseits des Unterhaltungswerts sind diese Events zu strategischen Marketinginstrumenten geworden, mit Budgets bis zu 30 % der Tourismusbüros. Beispiele wie das Konzert von Ben Harper in Vars verdeutlichen diesen Trend.
Französische Skigebiete verdoppeln ihre Kreativität, um Unsicherheiten bei Schnee zu bekämpfen und Urlauber zu halten. In Vars in den Hautes-Alpes traten die internationale Star Ben Harper und seine Band The Innocent Criminals am 13. Dezember zu einem kostenlosen Konzert am Fuße der Pisten auf und eröffneten die Saison mit 20.000 Zuschauern. Diese 17. Auflage symbolisiert die intergenerationelle Positionierung des Skigebiets.
Andere Events prägen die Kalender: La Grande Première in Val Thorens verkaufte Ende November 23.000 Pässe mit Konzerten und Skitestern. Der Rise Festival in Les 2 Alpes, Rock on Snow in Avoriaz oder Tous en pistes in Val Cenis beleben den Saisonstart. „Das richtige Event ist nicht das, das das Gebiet füllt, sondern das, das sein Ziel erreicht“, erklärt Éric Chevalier, Direktor des Tourismusbüros von Les Arcs.
Eventmanagement, das 1 bis 30 % der Tourismusbürosbudgets ausmacht, korrigiert Images, bereitet Übergänge vor oder unterstützt Upscaling. In Alpe d'Huez zieht Tomorrowland Winter 30.000 Besucher an, davon 60 % Ausländer und 38 % Nichtskifahrer, mit ausgebuchten Aufenthalten in 24 Stunden. Sébastien Mérignargues, der Leiter, betont: „Eventmanagement ist ein starker Hebel, wenn es zur Identität des Ortes passt.“
Nischen wie Gay Weeks oder die „glisse des fiertés“ im Queyras, seit vier Jahren organisiert, zielen auf internationale, spendierfreudige Zielgruppen ab. Alexia Grossan vom Queyras-Tourismusamt sagt: „Wir wollen zeigen, dass ein ländliches Gebiet auch offen, einladend und inklusiv sein kann.“ Das Europäische Filmfestival in Les Arcs, in 15 Jahren nie abgesagt, überstrahlt das Skifahren. In Val Thorens hebt der Chefs' Challenge die Gastronomie hervor.
Diese kostenlosen Events füllen Nebensaisons, bergen aber Herausforderungen wie Nutzungskonflikte. „Events erweitern das Angebotspalettt eines Gebiets“, fasst Mérignargues zusammen und vergleicht es mit einer vielfältigen Restaurantkarte.