Urlaubsreisende strömen zu einst geheimen Orten und machen sie durch Social-Media-Teile zu überlaufenen Hotspots. Lokale Favoriten wie ruhige Cafés summen nun mit Lärm und Schlangen. Dieser Trend spiegelt historische Muster wider, verstärkt aber moderne Herausforderungen in populären Destinationen.
Mit dem Eintreten der Urlaubssaison werden einst friedliche Rückzugsorte von Besuchern überrannt. Menschen teilen ihre Lieblingsorte auf Plattformen wie Instagram und TikTok, was zu Überfüllung in kleinen Cafés und abgelegenen Stränden führt. In einem lokalen Deli-Café bemerkt der Autor, wie ein ruhiger Schreibort chaotisch geworden ist, mit vollen Tischen, gehetztem Personal und Gesprächen, die die ruhige Atmosphäre übertönen, die Stammgäste zuvor genossen.
Dieses Phänomen ist nicht neu. Die alten Römer prahlten mit Luxusresorts wie Baiae bei Neapel, wo Kaiser wie Julius Caesar und Nero in Thermalbädern entspannten. Im Laufe der Zeit führte solche Popularität zu ähnlichen Problemen, obschon moderne Beispiele intensiver sind. In Barcelona setzen Einheimische Wasserpistolen gegen Touristen ein, während in Städten wie Venedig und Rom Bewohner mit überlasteter Infrastruktur und Wohnraummangel kämpfen. Die spanische Regierung reguliert Kurzzeitvermietungen wie Airbnb in Madrid, um steigende Mieten für Einheimische zu mildern.
Reisen haben sich demokratisiert, mit günstigen Optionen und Werkzeugen wie Reiseführern – von Baedekers Klassikern bis zu Apps wie City Mapper und Saily –, die die Orientierung erleichtern. Doch diese Erreichbarkeit frisst den Charme versteckter Perlen auf. Südafrikaner beispielsweise reisen zu Stränden oder europäischen Weihnachtsmärkten, oft geleitet von Online-Tipps, die beliebte Orte überfüllen. Der wirtschaftliche Boost durch Tourismus steht im Gegensatz zu sozialen Spannungen und erzeugt zwiespältige Gefühle bei Anwohnern.
Experten empfehlen Spontaneität statt starrer Pläne. Unverhoffte Funde wie ein Hügelcafé in Lissabon mit vorzüglichem Bacalhau à Brás oder ein Strand-Curry in Phuket bieten bleibende Erlebnisse fernab der Massen am Parthenon oder der Mona Lisa.