Die Berliner SPD-Vorsitzenden Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel haben ihren Rücktritt zum Monatsende angekündigt. Sie ziehen die Konsequenzen aus mangelndem Rückhalt in der Partei. Als möglicher Nachfolger wird Steffen Krach nominiert.
Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel, die seit 2024 die Berliner SPD leiten, haben ihren Rücktritt erklärt. Die Entscheidung wurde aus Parteikreisen bestätigt und zuvor von B.Z. sowie dpa berichtet. Das Duo informierte den geschäftsführenden Landesvorstand der SPD über den Schritt, der zum 31. Oktober wirksam werden soll. Ihre Amtszeit sollte eigentlich bis Juni dauern.
Der Rückzug folgt auf interne Misserfolge. Böcker-Giannini erhielt am Samstag in ihrem Kreisverband Reinickendorf keinen Listenplatz für die Abgeordnetenhauswahl 2026 und unterlag bei der Abstimmung um den dritten Platz auf der Bezirksliste einer Rivalin. Hikel, Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, wurde vor zwei Wochen mit nur 68,5 Prozent für seinen Posten nominiert. Er begründete seinen Verzicht auf eine Kandidatur 2026 mit unzureichendem Rückenwind.
Steffen Krach wurde einstimmig als Nachfolger nominiert und könnte im Frühjahr gewählt werden. Derzeit ist er Regionspräsident in Hannover und Spitzenkandidat der Berliner SPD für die kommende Wahl. Von 2014 bis 2021 war er Staatssekretär für Wissenschaft in Berlin.
Die Integrationsbeauftragte Güner Balci warf Hikels Kritikern im SPIEGEL schwere Vorwürfe vor. Zehn Monate vor der Wahl am 20. September 2026 liegt die SPD in Umfragen bei 13 bis 16 Prozent, hinter CDU und Linken, teilweise auch hinter Grünen und AfD. Die Partei regiert seit 2023 als Juniorpartner der CDU.