Boualem Sansal kommt nach Begnadigung durch Algerien in Berlin an

Der französisch-algerische Schriftsteller Boualem Sansal, der fast ein Jahr in Algerien inhaftiert war, wurde aus humanitären Gründen von Präsident Abdelmadjid Tebboune begnadigt und traf am 12. November 2025 in Berlin ein. Begrüßt vom französischen Botschafter in Deutschland, äußerte er Dankbarkeit gegenüber Frankreich und bereitet sich auf medizinische Untersuchungen vor. Diese Freilassung ist das Ergebnis diplomatischer Bemühungen unter Führung Deutschlands mit französischer Unterstützung.

Boualem Sansal, 81 Jahre alt, wurde am 16. November 2024 in Algier verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis wegen Untergrabung der nationalen Einheit verurteilt. Fast ein Jahr später, am 12. November 2025, wurde er nach einer Begnadigung durch den algerischen Präsidenten Abdelmadjid Tebboune freigelassen, auf Antrag des deutschen Präsidenten Frank-Walter Steinmeier. Ein deutsches Militärflugzeug startete am späten Nachmittag in Algier, um ihn nach Berlin zu bringen, wo er kurz nach 21 Uhr eintraf.

Der französische Botschafter in Deutschland, François Delattre, empfing ihn am Flughafen. „Äußerst glücklich, frei zu sein, sehr herzlich und sehr dankbar gegenüber Frankreich und seinem Präsidenten für ihre ständige Unterstützung“, sagte Delattre gegenüber Le Figaro. Sansal, der gesundheitliche Probleme hat, muss nun Untersuchungen im deutschen Militärkrankenhaus in Berlin durchführen. Seine Frau wird am Donnerstag aus Algerien zu ihm stoßen.

Emmanuel Macron sprach während des Flugs nach Deutschland telefonisch mit dem Schriftsteller. Der Élysée-Palast lobte „den vertrauenswürdigen Dritten, der Deutschland ist“ und stellte fest, dass „Armdrücken nicht funktioniert“ mit Algerien, und bevorzugte einen Ansatz aus „Respekt, Ruhe und Anforderung“. Steinmeier dankte Tebboune für diese „wichtige humanitäre Geste“. Zahlreiche französische Persönlichkeiten, darunter Bruno Retailleau und Rachida Dati, äußerten Erleichterung, während sie die Freilassung des noch inhaftierten Journalisten Christophe Gleizes forderten.

Dieser Fall beleuchtet die diplomatischen Spannungen zwischen Paris und Algier, die durch franco-deutsche Vermittlung gemildert wurden. Sansal, bekannt für seine Kritik am Islamismus und am algerischen Regime, verkörpert den Kampf für die Freiheit der Meinungsäußerung.

Diese Website verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies für Analysen, um unsere Website zu verbessern. Lesen Sie unsere Datenschutzrichtlinie für weitere Informationen.
Ablehnen