Carsten Linnemann fordert verpflichtendes Gesellschaftsjahr

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr als höchste Priorität bezeichnet. Er argumentiert, dass ein freiwilliger Ansatz nicht alle erreiche, insbesondere benachteiligte Jugendliche. Kritik kommt von Die Linke und der Arbeiterwohlfahrt.

Carsten Linnemann, Generalsekretär der CDU, hat in einem Interview mit der Rheinischen Post ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr gefordert. Dieses habe für ihn 'höchste Priorität', da ein rein freiwilliger Ansatz viele Menschen nicht erreiche. Besonders junge Menschen aus schwierigen sozialen Umfeldern, die sich ausgeschlossen fühlen, würden profitieren, ohne dass sie sich freiwillig melden. Linnemann sieht darin einen Schlüssel, 'um den Zusammenhalt der Gesellschaft wieder nachhaltig zu stärken'.

Die Debatte flammt im Kontext der Wehrpflicht-Diskussion auf. Die schwarz-rote Koalition hat sich kürzlich auf eine Reform des Wehrdienstes geeinigt, die zunächst auf Freiwilligkeit setzt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerte sich Anfang November ähnlich und plädierte für eine Pflichtzeit für alle: 'Nach meiner Überzeugung wäre langfristig eine Pflichtzeit für alle am gerechtesten, die die einen bei der Bundeswehr, die anderen in sozialen Bereichen verrichten.'

Gegen die Forderung nach Verpflichtung wendet sich Die Linke. Parteivorsitzender Jan van Aken sagte: 'Ich freue mich darüber, dass so viele junge Menschen Lust darauf haben, für ein Jahr in sozialen Projekten mitzuarbeiten – das sollte man fördern und nicht über Zwang reden.' Die Partei werde gegen ein solches Vorhaben stimmen. Auch die Arbeiterwohlfahrt (AWO) lehnt ab. Präsident Michael Groß betonte: 'Engagement lässt sich nicht verordnen.' Zudem würde ein verpflichtendes Jahr die Strukturen überfordern, da Zeit für Ausbau von Begleitung und Einsatz benötigt werde.

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