In Belgien wurden am Sonntagabend erstmals Drohnen über dem Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen gesichtet. Drei Flugkörper wurden entdeckt, ohne dass der Betrieb beeinträchtigt wurde. Nachbarländer wie Deutschland und Großbritannien unterstützen Belgien bei der Abwehr.
Seit Tagen sichten Behörden in Belgien Drohnen über Flughäfen und Militäranlagen. Am Sonntagabend wurden erstmals drei Drohnen über dem Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen beobachtet, wie ein Sprecher des Betreibers Engie mitteilte. Der Betrieb der Anlage blieb unbeeinträchtigt, und die Behörden wurden informiert. Die Polizei äußerte sich nicht zu dem Vorfall, berichtete die Nachrichtenagentur Belga.
Am selben Abend führte eine Drohnensichtung am Flughafen Lüttich zu einer vorübergehenden Einstellung des Flugverkehrs für etwa 30 Minuten bis eine knappe Stunde. Dies war die neueste Unterbrechung in einer Serie von Vorfällen. Zuvor waren Drohnen über der NATO-Militärbasis Kleine-Brogel gesichtet worden, die von unbestätigten Berichten als Lagerort für US-Atomwaffen gilt. Auch an den Flughäfen Brüssel und Lüttich kam es zu zeitweisen Stopps.
Belgien erhält Unterstützung von Nachbarländern. Deutschland hilft seit Freitag mit Counter-small Unmanned Aircraft Systems (C-sUAS)-Fähigkeiten der Bundeswehr, wie das Verteidigungsministerium ankündigte. Großbritannien schickt Experten und Ausrüstung, teilte Richard Knighton, Chef des britischen Militärs, der BBC mit. Der belgische Amtskollege habe um Hilfe gebeten, und Personal sowie Ausrüstung seien unterwegs. Knighton nannte keine Details zur Ausrüstung oder Personenzahl.
Es ist unklar, wer hinter den Sichtungen steckt. Knighton wies auf Russlands Beteiligung an hybrider Kriegsführung hin. Verteidigungsminister Boris Pistorius verband die Vorfälle mit eingefrorenen russischen Vermögenswerten bei Euroclear, die für Kredite an die Ukraine genutzt werden. Russland bestreitet jede Verbindung.