Ägypten strebt 20 Milliarden Dollar Bekleidungsexporte bis 2030 an

Ägyptens Sektor für Fertigbekleidung und Textilien hat großes Potenzial, bis 2030 jährliche Exporte von 20 Milliarden Dollar zu erreichen, getrieben durch Verlagerungen globaler Lieferketten und staatliche Bemühungen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Fertigung. Mahmoud Ghazal, Mitglied der Textilkammer und Vorsitzender von Nile Textile Industries, erklärt, dass dieses Ziel mit Egypt Vision 2030 für eine wettbewerbsfähige, diversifizierte und exportorientierte Wirtschaft übereinstimmt.

Ghazal betont, dass Ägypten ein auf Fertigung und Exporte ausgerichtetes Entwicklungsmodell übernimmt, vergleichbar mit jenen, die das Wachstum in China, Deutschland und Mexiko antrieben. Er weist darauf hin, dass die großen globalen Importmärkte, einschließlich der USA, der EU und der Golfregion, jährlich rund 400 Milliarden Dollar an Bekleidungs- und Textilprodukten importieren. Schon ein 5%-Anteil an diesen Märkten könnte das Exportziel von 20 Milliarden Dollar erfüllen.

Allerdings liegen die Exportzahlen 2024 weit unter dem Potenzial, mit 2,9 Milliarden Dollar für Fertigbekleidung, 254 Millionen Dollar für Heimtextilien und 230 Millionen Dollar für gewebte und gestrickte Stoffe. Er nennt Hindernisse wie langsame Zollabfertigungen, Verzögerungen bei der Dokumentation, die Notwendigkeit eines flexibleren Investitionsklimas und die Verbesserung der Kompetenzen öffentlicher Beschäftigter im Exportbereich.

Um Dynamik zu schaffen, fordert Ghazal Exportkooperativen, um Mikro- und Kleinbetriebe in globale Lieferketten einzubinden, indem die Produktqualität gesteigert, technische Beratung geleistet und die Beteiligung an großen Exportverträgen ermöglicht wird. Er fordert zudem die Einrichtung von Unterstützungszentren für kleine Unternehmen, um deren technische und administrative Fähigkeiten zu stärken und Verbindungen zu großen Exporteuren zu festigen. Vertikale Integration entlang der Wertschöpfungskette – vom Spinnen bis zum Nähen – hat Priorität, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern und den heimischen Wertschöpfungsanteil zu erhöhen.

Ghazal erläutert, dass das Exportwachstum auf zwei Pfaden beruht: OEM- und B2B-Produktion als schnellster Weg zur Volumenskalierung und Marktbeteiligung sowie die Entwicklung ägyptischer Marken für internationale Märkte als langfristige Strategie mit Investitionen in Design, Marketing und Branding. Er kommt zu dem Schluss, dass 20 Milliarden Dollar erreichbar sind mit klaren Umsetzungsplänen und Privatsektor-Beteiligung sowie der Beseitigung von Zoll-, Verwaltungs- und Investitionsbarrieren, wodurch die Branche zum Motor für Ägyptens Ziel von insgesamt 150 Milliarden Dollar jährlichen Exporten wird.

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