Die brasilianische Bundespolizei hat den ehemaligen Menschenrechtsminister Silvio Almeida wegen sexueller Belästigung angeklagt, der Fall geht nun an das Büro des Generalstaatsanwalts. Eine der mutmaßlichen Opfer ist die Gleichstellungsministerin Anielle Franco, die die Vorwürfe in einer Aussage bestätigte. Almeida bestreitet die Anschuldigungen und wurde im September 2024 nach den Enthüllungen entlassen.
Die brasilianische Bundespolizei (PF) hat Silvio Almeida, ehemaligen Menschenrechtsminister unter Präsident Lula, am 14. November 2024 wegen sexueller Belästigung angeklagt. Die Anklage wurde von der PF gegenüber Metrópoles bestätigt und erstmals von TV Globo berichtet, wobei Folha die Informationen ebenfalls überprüft hat. Das Dokument wurde an den Obersten Bundesgerichtshof (STF) gesandt, unter der Berichterstattung von Minister André Mendonça, der es an das Büro des Generalstaatsanwalts (PGR) weitergeleitet hat. Generalstaatsanwalt Paulo Gonet wird entscheiden, ob der Fall eingestellt oder Anklage erhoben wird.
Die Vorwürfe des sexuellen und moralischen Belästigungs gegen Almeida tauchten im September 2024 auf, enthüllt von Metrópoles. Sie wurden an die Organisation Me Too weitergeleitet. Eine der Opfer ist die Gleichstellungsministerin Anielle Franco, Schwester der ehemaligen Stadträtin Marielle Franco. In einer Aussage vor der PF bestätigte Anielle die Vorfälle und gab an, dass sie 2022 während des Präsidentschaftsübergangs begannen. Daraufhin kamen weitere Frauen mit ähnlichen Anschuldigungen von Belästigung oder sexueller Belästigung vor.
Der Fall führte zur Entlassung Almeidas am 6. September 2024, einen Tag nach der Veröffentlichung der Vorwürfe. Präsident Lula hielt es für 'unhaltbar', den Minister im Amt zu belassen, angesichts der Art der Anschuldigungen. Vor der Entscheidung traf sich Lula getrennt mit Almeida und Anielle. Das Menschenrechtsressort wird nun von Macaé Evaristo geleitet.
Gleichzeitig läuft eine Untersuchung bei der Kommission für öffentliche Ethik (CEP) der Präsidialverwaltung, unter Verschluss, die in der 27. außerordentlichen Sitzung am 6. September 2024 formalisiert wurde. Almeida bestreitet die Vorwürfe und sagte in einem UOL-Interview im Februar 2025, Anielle Franco habe 'sich in ihrer Rolle verloren' und sei in eine politische Falle getappt. Anielle konterte, Almeida habe den öffentlichen Raum genutzt, um die Beschwerden zu diskreditieren und Opfer einzuschüchtern, und nannte die Vergeltungsmaßnahmen 'abstoßend'. Einen Monat nach dem Fall entließ Anielle Yuri Silva, einen mit Almeida verbundenen Sekretär. Die Verteidigung Almeidas hat noch nicht kommentiert.