Die französische Regierung hat das Verfahren zur administrativen Sperre gegen Shein gestoppt, nachdem der chinesische Konzern illegale Produkte von seiner Plattform entfernt hat. Shein bleibt unter Beobachtung und steht vor laufenden gerichtlichen Verfahren. Diese Entscheidung stellt einen Sieg für die Exekutive dar, die weiterhin Druck auf die Plattform ausübt.
Am Mittwoch, dem 5. November 2025, zum Zeitpunkt der Eröffnung des ersten physischen Geschäfts von Shein im BHV in Paris, kündigte Premierminister Sébastien Lecornu den Start eines administrativen Verfahrens zur Sperrung des Zugangs zur Plattform in Frankreich an. Die Exekutive hatte dem chinesischen Riesen ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt, verbotene Produkte wie pädopornografische Puppen und Waffen der Kategorie A zu entfernen.
Donnerstagabend sandte Shein einen Bericht eines Gerichtsvollziehers an Bercy, der seine Einhaltung nachwies. Die Plattform hat zudem vorübergehend ihre Marketplace-Aktivitäten eingestellt und verkauft bis auf Weiteres nur Produkte ihrer eigenen Marke. Freitagabend gab die Regierung die Einstellung des administrativen Verfahrens bekannt und feierte es als 'grundlegenden Sieg'. Shein bleibt jedoch 'unter enger Überwachung durch die staatlichen Dienste'.
Gerichtliche Verfahren laufen weiter, einschließlich des von Innenminister Laurent Nuñez eingeleiteten, um die Sperrung der Website zu beantragen, mit dem Ziel, 'den schweren Schaden für die öffentliche Ordnung, der durch die Versäumnisse von Shein verursacht wird, dauerhaft zu stoppen'. Neue Maßnahmen sind gegen andere Plattformen wie AliExpress geplant, wo der Verkauf illegaler Produkte beobachtet wurde.
Serge Papin, Minister für Handel und Kaufkraft, erklärte bei RMC: 'Das Shein von heute ist überhaupt nicht das von Mittwoch.' Shein reagierte in einer Erklärung, indem es 'Kenntnis von der Entscheidung der Regierung' nahm und betonte, weiterhin 'im Dialog mit den französischen Behörden engagiert zu sein, um die geäußerten Bedenken anzugehen'.