Die Bundesregierung will die Erforschung von ME/CFS und Long Covid mit 500 Millionen Euro über zehn Jahre vorantreiben. Forschungsministerin Dorothee Bär betont die Notwendigkeit einer langfristigen Strategie. Das Ziel ist eine Heilung bis Mitte der 2030er-Jahre.
Die Zahl der Erkrankungen an Long Covid und ME/CFS hat seit der Corona-Pandemie stark zugenommen. ME/CFS, das für Myalgische Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrome steht, ist die schwerste Form von Long Covid. Betroffene leiden unter extremer und dauerhafter Erschöpfung sowie Symptomen wie Muskelschmerzen, Herzrasen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit oder Wortfindungsstörungen. In schweren Fällen führt die Krankheit zur vollständigen Pflegebedürftigkeit oder Bettlägerigkeit.
In Deutschland sind mehr als 1,5 Millionen Menschen betroffen, wie ein Eckpunktepapier der Koalition feststellt, das dem Spiegel vorliegt. Darin nennen der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und der CDU-Abgeordnete Stephan Albani die Erkrankungen „eine der größten gesundheitspolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Die Bundesregierung plant nun eine „Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ ab 2026.
Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) sagte: „Wir benötigen eine langfristige Strategie, um die Ursachen und Mechanismen postinfektiöser Krankheiten besser zu verstehen und die Versorgung der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.“ Über zehn Jahre sollen rund 500 Millionen Euro investiert werden. Für 2026 sind 15 Millionen Euro im Bundeshaushalt vorgesehen, von 2027 bis 2036 jeweils 50 Millionen Euro.
Lauterbach zitiert der Spiegel: „Von 2027 bis 2036 geben wir jedes Jahr 50 Millionen Euro aus.“ Damit könne Deutschland zum Vorreiter im Kampf gegen Long Covid und ME/CFS werden. Das Ziel sei, Diagnose und Behandlung so weit zu erforschen, dass eine Heilung bis spätestens Mitte der Dreißigerjahre möglich wird.