Bundesinnenminister verbietet islamistische Gruppe Muslim Interaktiv

Der Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat die Gruppe Muslim Interaktiv verboten, da sie die Demokratie abschaffen und das Existenzrecht Israels ableugnen wolle. Die Razzia erfolgte in mehreren Städten, darunter Hamburg. Die Gruppe hatte 2024 für ein Kalifat demonstriert.

Im Frühjahr 2024 sorgten Demonstrationen der Gruppe Muslim Interaktiv in Hamburg für Empörung. Mehr als 2.000 schwarz gekleidete Männer marschierten auf dem Steindamm mit Schildern und T-Shirts, auf denen Slogans wie „Das Kalifat ist die Lösung“ prangten. Die Kundgebungen bewegten sogar den damaligen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Damals fehlten jedoch Beweise für verfassungsfeindliche Aktivitäten, weshalb der Staat nicht eingreifen konnte.

Am Mittwoch, dem 6. November 2025, um 6 Uhr erließ das Bundesinnenministerium eine Verbotsverfügung. Die Kanäle der Gruppe auf Instagram und YouTube verschwanden umgehend. Dobrindt (CSU) begründete das Verbot: Die Organisation wolle Demokratie und Rechtsstaat abschaffen und Israels Existenzrecht verneinen. Er betonte: „Wir lassen nicht zu, dass Organisationen wie Muslim Interaktiv mit ihrem Hass unsere freie Gesellschaft zersetzen.“

Hamburger Innensenator Andy Grote (SPD) lobte den Schlag gegen den „TikTok-Islamismus“, der junge Menschen gegen den Staat aufhetze. Noch am selben Tag rückten 375 Polizisten an 19 Adressen in Hamburg, Berlin-Neukölln und Hessen vor. Sie stellten Datenträger und Geldvermögen sicher. Die Aktion umfasste auch Razzien bei den Gruppen Realität Islam und Generation Islam, die Nachwuchs für die islamistische Szene anwerben sollten.

Muslim Interaktiv wurde im März 2020 gegründet. Der harte Kern umfasst etwa 20 Männer, das Umfeld 40 bis 80. In Sozialen Medien gewannen sie Tausende Follower und Millionen Aufrufe, etwa mit einem Video einer Sportwagenkolonne durch Hamburg. Vor Moscheen sprachen sie junge Muslime an, um sie zu radikalisieren. Schura-Vorsitzender Fatih Yildiz sagte: „Wir lehnen die antidemokratischen Haltungen dieser Gruppe ab.“

Das Gesicht der Gruppe ist Joe Adade Boateng, der sich Raheem nennt und ein Lehramtsstudium in Hamburg absolviert. Seine Instagram-Clips zeigen Muslime als diskriminierte Opfer. Recherchen deuten auf Verbindungen zur verbotenen Hizb ut-Tahrir (HuT) hin, die seit 2003 in Deutschland untersagt ist.

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