Auf dem Klimagipfel COP30 in Belém hat Deutschland eine Milliarde Euro über zehn Jahre für den neuen Tropenwaldfonds TFFF zugesagt. Umweltminister Carsten Schneider und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan kündigten den Beitrag an und betonten: »Es geht um den Schutz der tropischen Regenwälder, der Lunge unserer Welt«.
Die Ankündigung erfolgte auf der Weltklimakonferenz in Belém, Brasilien, wo Brasiliens Regierung den Fonds als Prestigeprojekt ins Leben gerufen hat. Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei einem Kurzbesuch nur eine »namhafte Summe« versprochen. Brasiliens Umweltministerin Marina Silva hatte den deutschen Beitrag bereits bestätigt und alle Staaten zu Einzahlungen aufgerufen.
Der TFFF soll Länder belohnen, die ihre Wälder erhalten, und Strafen für Abholzung verhängen, überprüft durch Satellitenbilder. Mit einem angestrebten Volumen von 125 Milliarden US-Dollar (ca. 108 Milliarden Euro) plant der Fonds jährlich rund vier Milliarden US-Dollar auszuschütten – fast das Dreifache aktueller internationaler Waldhilfen. Norwegen zahlt drei Milliarden US-Dollar über zehn Jahre, Brasilien und Indonesien je eine Milliarde. Gründungsmitglieder umfassen Brasilien, Kolumbien, Ghana, die Demokratische Republik Kongo, Indonesien und Malaysia.
Ein Exekutivrat aus 18 Ländern – zur Hälfte Tropenwald- und Industriestaaten – leitet den Fonds, mit der Weltbank als Treuhänder. Über 70 Entwicklungsstaaten könnten profitieren, wobei Empfänger 20 Prozent für indigene Völker und traditionelle Gemeinschaften reservieren müssen. Die Initiative wird von 53 Ländern unterstützt, darunter 19 potenzielle Investoren. Reiche Staaten sollen zunächst 25 Milliarden US-Dollar einbringen, um 100 Milliarden aus dem Privatsektor zu mobilisieren. Fossile Brennstoffprojekte sind verboten.
Greenpeace-Vorstand Martin Kaiser lobte die Zusage: Sie könne die COP30 zum Erfolg führen und helfe, Irritationen um Merz' Ankündigung aufzulösen. Er forderte klare Bedingungen, darunter Garantien für indigene Gemeinschaften und intakte Wälder.