Ein invasiver papierfressender Insekt namens Geister-Silberfisch wurde in Museen und Bibliotheken in 19 Präfekturen Japans nachgewiesen und bedroht wertvolle Kulturgüter. Erstmals 2022 im Land entdeckt, vermehrt er sich parthenogenetisch und vermehrt sich rasch. Das Tokyo National Research Institute for Cultural Properties fordert Einrichtungen auf, frühzeitig zu handeln.
Der Geister-Silberfisch, ein invasiver Insekt, der Papiere an der Oberfläche anfrißt, wurde erstmals 1910 in Sri Lanka entdeckt. Die Adulten sind etwa 1 Zentimeter lang und stellen eine erhebliche Bedrohung für historische Gegenstände wie alte Dokumente, Byobu-Bildschirme und Rollen dar. In Japan wurde der Schädling zunächst 2022 in fünf Präfekturen nachgewiesen, einschließlich Tokyo, Hokkaido und Fukuoka.
Untersuchungen des Tokyo National Research Institute for Cultural Properties ergaben, dass alle Insekten weiblich sind und sich parthenogenetisch fortpflanzen, wodurch ein Individuum in drei Jahren zu einer Population von 20.000 anwachsen kann – ein deutlich höherer Fortpflanzungsrate als bei typischen Silberfischen. Die Ausrottung ist bei Temperaturen von 10 Grad Celsius oder darunter bzw. Luftfeuchtigkeiten von 43 % oder darunter möglich. Museen und Bibliotheken halten jedoch kontrollierte Umgebungen zur Erhaltung von Büchern und Artefakten aufrecht, was ideale Bedingungen für das Insekt schafft.
Das Institut berichtet, dass die Ausbreitung auf 19 Präfekturen wahrscheinlich durch unbewussten Transport in Dokumenten und Verpackungsmaterialien erfolgte. Bisher wurden keine Schäden an Kulturgütern gemeldet, aber präventive Maßnahmen sind essenziell. Empfohlene Maßnahmen umfassen die Lagerung von Dokumenten in Stahl- oder Plastikbehältern statt Karton, das Besprühen von Wänden mit Pestiziden, häufiges Reinigen und den Einsatz von Giftködern. In diesem Monat hat das Institut begonnen, Giftköder-Kits an betroffene Einrichtungen zu liefern.
"Sobald Geister-Silberfische Fuß gefasst haben, ist es extrem schwierig, sie loszuwerden", sagte Yoshinori Sato, Leiter der Biowissenschaften-Abteilung des Instituts. "Wir möchten ihren Aufstieg stoppen, bevor sie sich landesweit ausbreiten."