Die chilenische Regierung hat Kontroversen ausgelöst, indem sie in ihrem Haushaltsgesetzentwurf vorschlägt, die Zahlung pro Stimme für Kandidaten und Parteien zu senken, kurz vor den allgemeinen Wahlen mit obligatorischem Wahlrecht. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die höheren fiskalischen Ausgaben aufgrund mehrerer Wähler auszugleichen, wird jedoch für ihre Improvisation kritisiert. Zudem hat Servel die Regeln zur Veröffentlichung von Listen der Wahllokalmitarbeiter geändert, was Medienhäuser betrifft.
Die Entscheidung der Regierung, den Betrag pro Stimme bei den allgemeinen Wahlen zu senken, die im Haushaltsgesetzentwurf enthalten ist, der dem Kongress vorgelegt wurde, hat Parlamentarier aller Sektoren überrascht. Laut der Exekutive wird mit dem obligatorischen Wahlrecht eine höhere Anzahl von Stimmen erwartet, was die Zahlungen an Parteien und Kandidaten erhöhen würde. Um dies auszugleichen und eine fiskalisch neutrale Wirkung zu gewährleisten, schlägt sie vor, die Zahlung pro Stimme zu senken, während ein Mindestniveau sichergestellt wird.
Diese Reform gilt jedoch als unverantwortlich aufgrund ihres Timings: Es bleiben nur Wochen bis zu den Wahlen. Der Leitartikel von La Tercera hebt hervor, dass viele Parlamentarier bereits Kredite auf Basis erwarteter Erstattungen verpflichtet haben, was ein Abkommen jetzt unwahrscheinlich macht. Zudem gibt es keine Gewissheit über das Verhalten neuer Wähler, die Stimmen ungültig machen oder leer lassen könnten, was die Grundlage des Vorschlags in Frage stellt.
Dies ist kein isolierter Fall. Kürzlich, Ende September, hat der Kongress das Gesetz über Bußgelder für Nichtwählen genehmigt, das eine Verfassungsänderung zur Einschränkung des Wahlrechts für Ausländer enthielt, nach Verzögerungen, die die Wählerliste gefährdeten. Die Regierung veröffentlichte dieses Gesetz am 23. Oktober, genau zu dem Zeitpunkt, als Medien wie La Tercera sich darauf vorbereiteten, Listen der Wahllokalmitarbeiter zu verteilen, die von den Wahlbehörden angeordnet wurden.
Das Gesetz verlangte, dass Servel die vollständige Liste auf seiner Website veröffentlicht, aber die Behörde wies die Wahlbehörden an, nicht fortzufahren, und stoppte laufende Prozesse. Die Wahlbehörden setzten fort, und Servel weigerte sich, für die Veröffentlichungen zu zahlen. Der Nationalverband der Presse (ANP) kritisierte dies in einer Erklärung: „Diese Handlung ist nicht nur ein Zeichen tiefer Desorganisation, sondern stellt einen Akt dar, der legitimes Vertrauen verletzt und die Erfüllung gültig geschlossener Verträge unter geltendem Recht verletzt“.
Diese improvisierten Änderungen an den Wahlregeln, sowohl durch die Exekutive als auch durch Servel, untergraben die institutionelle Stabilität und das Vertrauen in den demokratischen Prozess, laut der Analyse. Parlamentarier werden auch dafür kritisiert, Normen zu genehmigen, die regionale Medien in einer schwierigen Zeit für die Branche schaden.