Die dänische Autorin Ingeborg Topsøe spricht über ihre Debüt-Netflix-Serie 'Secrets We Keep', einen Thriller, der Privilegien und Klassengegensätze im wohlhabenden Kopenhagen beleuchtet und seit dem Start am 15. Mai weltweit 40 Millionen Zuschauer erreicht hat. Die Serie ist für den Nordic Series Script Award beim TV Drama Vision in Göteborg am 27. Januar nominiert. Topsøe greift auf ihre Kindheit zurück, um das egalitäre Image Dänemarks durch die Geschichte einer vermissten philippinischen Au-pair-Mädchen zu hinterfragen.
Ingeborg Topsøe, Absolventin der britischen National Film & Television School, feiert mit Netflix' 'Secrets We Keep' (Originaltitel auf Dänisch: 'Reservatet') ihre erste komplette TV-Serie als Schöpferin und Drehbuchautorin. Der Sechsteiler, gemeinsam mit Ina Bruhn und Mads Tafdrup verfasst und von Per Fly für Uma Film und Netflix inszeniert, startete am 15. Mai und führte in 28 Ländern die Charts an, mit rund 40 Millionen Zuschauern weltweit. In einem wohlhabenden Vorort Kopenhagens begleitet die Serie Cecilie (Marie Bach Hansen), eine erfolgreiche Geschäftsfrau und Mutter, deren Leben aus den Fugen gerät, als die philippinische Au-pair der Nachbarn verschwindet. Zusammen mit ihrer eigenen Au-pair Angel ermittelt Cecilie trotz polizeilicher Gleichgültigkeit und konfrontiert ihren 'weißen Privilegienstatus', die rassistischen Nachbarn Rasmus und Katarina (Danica Curcic) sowie familiäre Dynamiken. Im Cast: Simon Sears, Lars Ranthe, Sara Fanta Traore als emotionale Polizistin Aicha sowie die Newcomers Excel Busano und Donna Levkovski als Au-pairs. Inspiriert von Topsøes Kindheit mit Au-pairs – heute zu 80 Prozent Philippinen in Dänemark – kritisiert die Serie ausgelagerte Intimität und Machtungleichgewichte in 'egalitären' Haushalten. 'Solche oben-unten-Häuser gibt es in Dänemark, aber ich habe sie noch nie im dänischen Fernsehen gesehen', sagte Topsøe gegenüber Variety. Sie positioniert die Serie als 'Anti-Nordic Noir' mit üppiger, häuslicher Spannung statt kalter Ästhetik, beeinflusst von 'Big Little Lies' hinsichtlich Gemeinschafts- und Polizeielementen. Bekannt für Beiträge zu 'The Charmer' (2017), 'Wildland' (2020) und Amazons Emmy-nominierter 'Hanna', betont Topsøe Suspense mit sozialem Kommentar zu Klasse, Ethnie und Misogynie. Das Ende, das einige Zuschauer unbefriedigend fanden, erzeugt eine 'unheimliche' Resonanz ohne vollständige Gerechtigkeit, wie von Topsøe beabsichtigt. Eine zweite Staffel ist nicht geplant. Als Nächstes arbeitet sie am Kinofilm 'Ghosts' mit Regisseur Milad Alami, der in Göteborg präsentiert wird.