Die Europäische Rundfunkunion (EBU) hat keine Abstimmung über die Ausschlusspraxis für Israel durchgeführt, womit dessen Teilnahme am ESC 2026 in Wien gesichert ist. Daraufhin haben Spanien, Irland, Slowenien und die Niederlande ihren Boykott angekündigt. Die Entscheidung löst Spannungen aus, die auf Israels Vorgehen im Gazastreifen zurückgehen.
Bei einer Sitzung der Europäischen Rundfunkunion (EBU) in Genf am Donnerstag wurde keine Abstimmung über die strittige Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest (ESC) 2026 in Wien einberufen. Die EBU teilte dies am Abend in einer Erklärung mit, wodurch der Weg für Israels Beteiligung frei ist.
Spanien, ein Mitglied der Big Five und entschiedener Kritiker Israels, kündigte umgehend seinen Boykott an. Irland, Slowenien und die Niederlande schlossen sich an. Der Grund ist Israels Vorgehen im Gazastreifen nach dem Hamas-Angriff im Oktober 2023, das in vielen Ländern Debatten über eine israelische ESC-Teilnahme ausgelöst hat. Länder wie Belgien, Schweden und Finnland erwägen ebenfalls einen Boykott.
Irland ist mit sieben Siegen das erfolgreichste Land im ESC. Der israelische Präsident Isaac Herzog äußerte sich auf X erfreut: »dass der Wettbewerb auch weiterhin Kultur, Musik, Freundschaft zwischen den Nationen und grenzüberschreitendes kulturelles Verständnis fördert.«
In Deutschland positioniert sich die Bundesregierung klar hinter Israel. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erklärte gegenüber Reuters: »Sollte die EBU entscheiden, dass Israel nicht teilnehmen darf, sollte Deutschland auf eine Teilnahme verzichten. Den ESC ohne Israel darf es nicht geben.« Bundeskanzler Friedrich Merz nannte die Diskussion über einen Ausschluss einen Skandal und betonte: »Israel gehört dazu.« Die ARD begrüßte die EBU-Entscheidung zu Maßnahmen für Transparenz, Neutralität und Fairness, äußerte sich aber nicht explizit zur israelischen Teilnahme.
Die Boykotte bedrohen die Einheit des traditionsreichen Wettbewerbs, der als Feier der Nationen durch Musik gilt.