Der Weltranglistenzweite Jannik Sinner besiegte Tomas Machac mit 6:1, 6:7(3), 6:3 und erreichte trotz Schwindelgefühlen, Rückenproblemen und Erschöpfung das Viertelfinale des Monte Carlo Masters. Auf einer Pressekonferenz nach dem Spiel spielte der Italiener das Duell um die ATP-Spitzenposition mit Carlos Alcaraz herunter und betonte, dass er Titel und Sandplatz-Majors wie Roland Garros gegenüber Punkten priorisiere.
Sinner dominierte den ersten Satz in 30 Minuten, hatte jedoch im zweiten Satz zu kämpfen, verlor zweimal seinen Aufschlag sowie den Tiebreak mit 3:7, was eine medizinische Auszeit wegen Rückenbeschwerden und Schwindel erforderlich machte. Auch Machac musste wegen Problemen am Ellenbogen behandelt werden. Sinner erholte sich und schaffte im dritten Satz ein frühes Break, um nach zwei Stunden den Sieg zu sichern. Damit endete seine Serie von 37 gewonnenen Sätzen in Folge bei ATP-Masters-1000-Turnieren – es war der erste Satzverlust nach 18 solcher Matches. Nach dem „Sunshine Double“ (Indian Wells und Miami, 12 Siege in Folge) führt Sinner die ATP-Konstanz an und hat den Rückstand in der Weltrangliste auf den Führenden Alcaraz auf 1.190 Punkte verkürzt.
„Es war ein hartes Match, ich hatte im zweiten Satz ein wenig zu kämpfen und war heute etwas müde. Ich hoffe, dass ich mich bis morgen erholen kann“, sagte Sinner. Aufgrund des anspruchsvollen Zeitplans zog er sich nach einem Sieg aus dem Doppel mit Zizou Bergs zurück.
Zum Kampf um Platz 1 befragt, wies Sinner das Jagen von Punkten zurück: „Carlos und ich sind uns der Situation beide bewusst, aber wir spielen, um Titel zu gewinnen: Die Rangliste ist im Moment zweitrangig. Ich jage nicht dem ersten Platz hinterher, sonst würde ich auch nächste Woche spielen.“ Er verzichtet auf das Barcelona Open nächste Woche (wo Alcaraz 330 Punkte aus dem letztjährigen Finale verteidigt) und betrachtet Monte Carlo trotz niedriger Erwartungen als ideale Vorbereitung auf Sand. Sein Hauptziel: „Roland Garros in diesem Jahr.“
Sinner trifft im Viertelfinale auf den an Nummer sechs gesetzten Felix Auger-Aliassime (Sinner führt im direkten Vergleich mit 4:2), der nach einem Sieg gegen Marin Cilic und einem kampflosen Weiterkommen gegen Casper Ruud in die Runde der letzten Acht einzog. Trainer Simone Vagnozzi merkte an, dass Madrid geplant sei, man aber flexibel bleibe: „Es ist eher eine mentale als eine physische Frage.“ Sinner kam in Madrid noch nie über das Viertelfinale hinaus und erreichte auch noch nie das Finale von Monte Carlo, wo er nun zusammen mit Alcaraz unter den letzten acht steht.