Japan und China konnten kein Treffen ihrer Führer auf dem G20-Gipfel in Südafrika vereinbaren, wodurch ihr Streit um Taiwan-Aussagen ungelöst blieb. Premierministerin Sanae Takaichi erklärte, sie werde angemessen auf China reagieren. Die Pattsituation deutet darauf hin, dass die Konfrontation Jahre andauern könnte.
Auf dem G20-Gipfel in Johannesburg, Südafrika, vom 22. November kam es zu keinem Treffen zwischen Japans Premierministerin Sanae Takaichi und Chinas Ministerpräsident Li Qiang. Japan hatte auf einen direkten Dialog gehofft und plante, einen Direktor aus der Abteilung China und Mongolei des Außenministeriums zu schicken, doch Chinas wiederholte Aussagen 'keine Pläne für ein Treffen' führten dazu, dass Japan zurückhielt, aus Furcht vor propagandistischer Nutzung.
Am ersten Gipfeltag standen die Führer während der Fototermin nur wenige Meter voneinander entfernt, verließen den Ort jedoch ohne Gruß. Nach den G20-Veranstaltungen sagte Takaichi Reportern: 'Wir müssen sagen, was wir sagen müssen', und fügte hinzu: 'Wir werden angemessen reagieren.'
Der Streit entstand durch Takaichis Aussage im Diet, die eine Taiwan-Krise mit einer 'lebensbedrohlichen Situation' verknüpfte, was China als Verletzung seiner Souveränität ansieht. Peking beschränkte seine Reaktionen darauf, Bürgern von nicht notwendigen Reisen nach Japan abzuraten, und vermied härtere Maßnahmen wie Exportbeschränkungen für Seltene Erden. Ein japanischer Regierungsbeamter bemerkte: 'China vermeidet sorgfältig Maßnahmen, die internationale Lieferketten stören könnten.'
Japan betrachtet die wirtschaftliche Abhängigkeit von China als 'Risiko', wie Wirtschaftssicherheitsministerin Kimi Onoda erklärte, und restrukturiert Lieferketten. Ein langwieriger Konflikt könnte jedoch Sektoren wie den Tourismus schädigen und Druck auf Takaichis Regierung ausüben, die 70 % Zustimmung hat, aber Minderheit im Diet. Ein ehemaliger Kabinettsminister sagte, ein Rückgang der Beliebtheit würde 'die Regierung bremsen'. Ein hochrangiger Regierungsparteifunktionär merkte an: 'Zu sehr auf ihre konservative Haltung bedacht, konnte die Premierministerin keine flexiblen politischen Urteile fällen.'
Mit dem Ruhestand von Figuren wie dem ehemaligen LDP-Generalsekretär Toshihiro Nikai und der Distanzierung der Komeito sind Verbindungswege schwach. Ein Außenministeriumsbeamter warnte: 'Im schlimmsten Fall könnte die Konfrontation Jahre dauern', während Japan sich auf einen langen Patt einrichtet.