Wasserkrise in Johannesburg überschattet Vorbereitungen auf G20-Gipfel

Während Johannesburg sich mit Ausgaben von fast 1 Milliarde Rand auf den G20-Gipfel vorbereitet, kämpfen Tausende von Bewohnern täglich ohne sauberes Wasser. Der Bürgermeister der Stadt ignoriert Aufrufe zum Handeln inmitten steigender Schulden und Dienstleistungsstörungen. Aktivisten fordern Transparenz und sofortige Maßnahmen, um eine humanitäre Krise zu verhindern.

Johannesburg rollt den roten Teppich für die G20-Führer unter dem Motto „Solidarität, Gleichheit, Nachhaltigkeit“ aus, doch lokale Bewohner heben eine bittere Ironie hervor: Viele haben keinen grundlegenden Zugang zu Wasser. Die Regierung weist fast 1 Milliarde Rand für den Gipfel in Sandton zu, während informelle Siedlungen und Vororte mit trockenen Hähnen zu kämpfen haben.

Der Exekutivbürgermeister Dada Morero hat nicht auf Fragen reagiert, die vor fast einem Monat an sein Büro geschickt wurden, einschließlich zwei Wochen vor der Joburg Water-Protest am 1. November 2025 vor den Ratssälen. Tausende protestierten friedlich und forderten abgesicherte Wassermittel. Die Schulden von Johannesburg Water sind über 1 Milliarde Rand gestiegen, von 666 Millionen Rand, die im September an 203 Auftragnehmer geschuldet wurden, auf 1 Milliarde Rand bis Ende Oktober, einschließlich 851 Millionen Rand an Rand Water. In der Rand West Municipality wurden Wasserversorgungen aufgrund einer Schulden von 1,4 Milliarden Rand an Rand Water abgeschaltet.

WaterCAN, eine Koalition für Wasserrecht, berichtet von kritisch niedrigen Vorräten, nicht gefüllten Gemeindetanks und zusammengebrochenen Lieferungen in den letzten Wochen, da unbezahlte Auftragnehmer Dienste einstellen. Auswirkungen umfassen Rentner, die in Wohnungen keine Toiletten spülen können, Eltern, die Flaschenwasser für Kinder kaufen, und Unternehmen wie Friseursalons und Restaurants, die nicht arbeiten können. Informelle Siedlungen wie Nana’s Farm, Pumla Mqashe und Jacksonville stehen vor Gesundheitsrisiken durch schlechte Sanitäranlagen.

Die Reaktion der Stadt umfasst glänzende PR-Videos, die Aktivisten jedoch als unzureichend abtun. Mit dem nahenden G20-Gipfel – weniger als eine Woche nach der Veröffentlichung des Artikels am 18. November 2025 – liegt der Fokus auf Straßenreinigung und Sicherheit statt auf Wasserproblemen. WaterCAN fordert neun Anliegen, darunter volle finanzielle Transparenz, dringende Schuldenzahlungen, Wiederherstellung der Dienste und eine unabhängige Untersuchung der Fehlverwaltung.

Dr. Ferrial Adam, Exekutivdirektorin von WaterCAN, argumentiert, dass Einnahmen aus Wasserdiensten abgesichert werden müssen, um Umleitungen zu anderen Projekten zu verhindern. Sie warnt, dass die Krise den Bürgermeisterwahlkampf 2026 und den laufenden Diskurs prägen wird. Bewohner fordern, Lecks über die Kanäle von Joburg Water zu melden, um unmittelbare Härten zu mildern.

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