Nachlass von Johnny Cash verklagt Coca-Cola wegen Werbung mit Stimmenimitation

Der Nachlass des Country-Legendär Johnny Cash hat Coca-Cola verklagt und wirft dem Unternehmen vor, illegal einen Tribut-Sänger eingesetzt zu haben, um Cashs Stimme in einer College-Football-Werbung nachzuahmen. Die bundesrechtliche Klage, eingereicht am 25. November 2025 in Nashville, ist der erste große Fall unter Tennessees ELVIS Act, der Künstlerstimmen vor unbefugter Ausbeutung schützt. Der Nachlass fordert eine Verfügung zur Einstellung der Werbung und Schadensersatz für mutmaßliche Rechteverletzungen.

Klagedetails

Der John R. Cash Revocable Trust, der das Vermögen des 2003 verstorbenen Sängers verwaltet, wirft Coca-Cola vor, den professionellen Tribut-Darsteller Shawn Barker engagiert zu haben, um Cashs markantes Bass-Bariton in einem Jingle für eine Werbung nachzuahmen, die seit August 2025 bei College-Football-Spielen läuft. Die Klage vor dem Bundesgericht in Nashville behauptet, dies sei eine unbefugte Nutzung von Cashs Ähnlichkeit ohne Lizenzanfrage beim Nachlass.

Tim Warnock, Anwalt des Nachlasses von Loeb & Loeb, erklärte: „Die Stimme eines Künstlers zu stehlen ist Diebstahl. Es ist Diebstahl seiner Integrität, Identität und Menschlichkeit. Der Trust erhebt diese Klage, um die Stimme von Johnny Cash zu schützen — und um eine Botschaft zu senden, die die Stimmen aller Künstler schützt, deren Musik unser Leben bereichert.“ Die Klage beschreibt die Werbung weiter als „Coca-Colas Piraterie der Stimme von Johnny Cash in einer landesweiten Werbekampagne, um sich zu bereichern — ohne Erlaubnis zu erbitten oder Entschädigung zu leisten.“

Kontext des ELVIS Act

2024 erlassen, erweitert Tennessees Ensuring Likeness Voice and Image Security (ELVIS) Act das Persönlichkeitsrecht des Bundesstaats, um Stimmen vor nicht einvernehmlicher Nutzung zu schützen, insbesondere vor KI-Deepfakes, obwohl hier keine KI behauptet wird. Der Nachlass vergibt regelmäßig Lizenzen für Cashs geistiges Eigentum, wie die Songs „Ragged Old Flag“ und „Personal Jesus“ für Super-Bowl-Übertragungen, wirft Coca-Cola aber vor, diesen Prozess umgangen zu haben.

Die Klage beruft sich zudem auf Tennessees Verbraucherschutzgesetz und ein Bundesgesetz gegen falsche Endorsements. Coca-Cola hat nicht unmittelbar auf Kommentaranfragen reagiert. Barkers Manager Joey Waterman äußerte Begeisterung über die Beteiligung des Künstlers und hob dessen 20-jährige Karriere mit der Tribut-Show „The Man in Black: A Tribute to Johnny Cash“ hervor.

Historische Präzedenzfälle

Dieser Fall erinnert an frühere Rechtsstreite, wie den Sieg von Bette Midler in den 1980er Jahren gegen Ford wegen eines Imitators in Werbung, der Stimmenschutz im kommerziellen Kontext etablierte. Kürzlich vereinbarte Rick Astley 2023 eine Einigung mit Yung Gravy über Stimmennachahmung im Song „Betty (Get Money)“. Der ELVIS Act könnte solche Ansprüche über Werbung hinaus ausweiten.

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