Justin Rose reist für seine 21. Masters-Teilnahme nach Augusta National und setzt trotz dreier zweiter Plätze auf eine philosophische Einstellung. Der 45-Jährige unterlag im vergangenen Jahr Rory McIlroy im Playoff, nachdem er eine Schlussrunde von 66 Schlägen gespielt hatte, die ein dramatisches 6-Meter-Birdie am 18. Loch beinhaltete. Rose betont, dass diese knappen Entscheidungen seinen Ehrgeiz eher anspornen als zu einer Obsession werden.
Rose reflektierte am Montag über seine Historie beim Masters, wo er im Laufe seiner Karriere neun Runden lang geführt oder mitgeführt hat, was ihn in der ewigen Bestenliste hinter Arnold Palmer und Jack Nicklaus auf den dritten Platz bringt. Er teilt mit Ben Hogan die unerwünschte Bilanz, als einziger Spieler mehrere Masters-Playoffs verloren zu haben. In den letzten zehn Turnieren liegt Rose mit einem Gesamtergebnis von 18 unter Par auf dem siebten Platz; unter den Spitzenakteuren wie Scottie Scheffler und Jon Rahm ist neben ihm nur noch Xander Schauffele ohne das Grüne Jackett. Der aktuell siebtplatzierte Weltranglistenspieler, mittlerweile 45, erklärte, er wolle nicht darüber grübeln, warum es ihn getroffen hat: „Ich werde mich nie fragen, warum ich? ... Wenn man merkt, dass man so nah dran ist, kann man den Sieg förmlich schmecken. Man weiß, wie es sich anfühlen würde. Ich konnte sehen, wie es sich anfühlte. Ich konnte die Feierlichkeiten sehen. Alles spielte sich direkt vor meinen Augen ab. Also habe ich es gewissermaßen so erlebt, als hätte ich gewonnen. ... Es ist, wie es ist. Ich bin am Sonntag mit dem Gefühl gegangen, dass ich alles gegeben habe.“ Rose betonte, dass er Augusta National trotz der Qualen, die es für andere bereithält, genießt. „Mir ist sehr bewusst, dass ich hier nah dran war. Mir ist sehr bewusst, dass ich hier harte, sehr harte Niederlagen erlitten habe. Ich bin mir aber auch bewusst, dass ich diesen Ort mag. Ich möchte also nicht, dass diese drei zweiten Plätze ein negatives Gefühl bei mir auslösen. Ich kann das Ergebnis nicht kontrollieren.“ Er unterscheidet zwischen Ehrgeiz und Besessenheit und merkt an, dass acht frühere Zweitplatzierte im Folgejahr gewonnen haben. Zu Beginn seiner Karriere verpasste Rose 21 Mal in Folge den Cut, lernte aber, mit Widrigkeiten umzugehen. „Der Schlüssel ist, anzutreten. Der Schlüssel ist, in diesen Momenten so frei wie möglich zu sein. Ja, man muss irgendwie auch ein wenig darauf hoffen, dass es der eigene Tag ist“, sagte Rose vor dem am Donnerstag beginnenden 90. Masters.