Japans Oscarkandidat Kokuho ist ein überraschender Blockbuster geworden, der über 120 Millionen Dollar eingespielt und die Kinobesuche nach der Covid-Zeit belebt hat. Regisseur Lee Sang-il und Star Ken Watanabe diskutierten die Wirkung des Films bei einer kürzlichen Vorführung. Die Geschichte beleuchtet Ehrgeiz im Kabuki-Theater durch komplexe Figuren.
Kokuho, inszeniert von Lee Sang-il und als japanischer Beitrag für den Oscar in der Kategorie Bester Internationaler Film nominiert, hat zu Hause einen bemerkenswerten kommerziellen Erfolg erzielt. Der Film, der in der Regisseurfortnacht in Cannes uraufgeführt wurde, hat in Japan mehr als 120 Millionen Dollar eingenommen und ist damit der einträglichste einheimische Live-Action-Titel der letzten 22 Jahre. Die Handlung dreht sich um Kikuo, dargestellt von Ryo Yoshizawa, einen ehrgeizigen jungen Kabuki-Schauspieler, der nach dem Mord an seinem Yakuza-Vater verwaist. Er wird vom angesehenen, aber scharfzüngigen Meister Hanjiro Hanai betreut, gespielt von Ken Watanabe. Getrieben von Ruhmsucht strebt Kikuo den Status eines Kokuho, eines „Nationalen Schatzes“, in einer über Jahrzehnte reichenden Geschichte voller Glanz und Herzschmerz an. Bei einem Deadline-Screening-Series-Event am Freitagabend im London Hotel in Hollywood hob Watanabe, der 2004 für Die letzte Samurai eine Oscarnominierung als Bester Nebendarsteller erhielt, die breitere Wirkung des Films hervor. „Der Film bedeutet mehr als Einspielergebnisse. Seit Covid sind viele Menschen in Japan nicht mehr ins Kino gegangen. Dieser Film erinnert das Publikum an die Freude, einen Film auf der großen Leinwand zu sehen. Nach diesem Film ist die Besucherzahl bei anderen Filmen gestiegen. Er hat einen großen Einfluss auf die Filmindustrie in Japan gehabt.“ Lee schrieb die Verbindung der Tiefe der Charaktere zu, und sagte: „Menschen schauen in Filmen auf Menschen, sei es in Animations- oder Actionfilmen. Menschen sehen und fühlen das Herz anderer Menschen in Filmen... das Publikum kann sein eigenes Leben in der Figur widergespiegelt sehen.“ Die dreistündige Laufzeit des Films zieht Parallelen zu Protagonisten in Oscargewinnern wie Der Pate und Der letzte Kaiser. Die Vorbereitung war intensiv: Yoshizawa trainierte 18 Monate im Kabuki-Kunst und -Geschichte, während Watanabe mit Experten wie Kyoko Toyokawa für Haar und Make-up, Naomi Hibino für Kabuki-Make-up und Tadashi Nishimatus für Friseur zusammenarbeitete. Kokuho steht auf der Oscarkurzliste in den Kategorien Bestes Make-up und Frisuren sowie Bester Internationaler Film. Gkids bringt ihn am 6. Februar 2026 limitiert in New York, Los Angeles und wichtigen kanadischen Märkten heraus, mit breiterer Nordamerika-Veröffentlichung ab 20. Februar.