Der deutsch-französische Rüstungskonzern Knds hat seinen geplanten börsengang in Paris und Frankfurt verschoben. Das Unternehmen will auf bessere Marktbedingungen warten. Die Bundesregierung hält trotzdem an ihrem Einstieg fest.
Knds teilte am Mittwochabend mit, die Aktionäre hätten entschieden, die Pläne erst bei verbessertem Marktumfeld für Rüstungsaktien wieder aufzunehmen. Der Konzern hatte den Gang an die Börse noch vor der Mitte Juli beginnenden Sommerpause angekündigt. Als nächstes Fenster gilt nun frühestens September.
Die Branche steht unter Druck. Der Rivale Rheinmetall hatte in den vergangenen Tagen massiv an Wert verloren. Auch die Aktien des tschechischen Rüstungskonzerns Csg werden weit unter dem Ausgabepreis gehandelt. Wichtige Investoren sehen die Bewertung von Knds laut Financial Times nur bei rund zwölf Milliarden Euro.
Die Bundesregierung respektiert die Entscheidung, bleibt aber interessiert am Einstieg. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums betonte das Ziel, gemeinsam mit Frankreich das Unternehmen erfolgreich zu führen. Der Grünen-Politiker Sebastian Schäfer kritisierte den Schritt als Desaster für die Bundesregierung.