Manchester United hat Cheftrainer Ruben Amorim nach 14 Monaten enthoben, die von schlechten Ergebnissen und internen Spannungen geprägt waren. Die Entscheidung folgte auf ein 1:1-Unentschieden bei Leeds United, wo Amorim öffentlich seine Rolle in der Klubhierarchie in Frage stellte. Darren Fletcher übernimmt interimistisch für das kommende Spiel gegen Burnley.
Manchester United gab am 5. Januar 2026 bekannt, dass man sich von Cheftrainer Ruben Amorim getrennt hat und damit seine 14-monatige Amtszeit im Klub beendet. Amorim wurde im November 2024 von Sporting CP für eine Abfindungsklausel von 11 Millionen Euro geholt, doch seine Zeit auf Old Trafford war von enttäuschenden Leistungen und Konflikten mit Führungsfiguren überschattet.
Amorims Ära sah United die schlechteste Premier-League-Saison seit 1974 durchleben, mit dem 15. Platz und nur 42 Punkten in 2024/25, knapp vor dem Abstieg gerettet. Trotz des Einzugs ins Europa-League-Finale im Mai 2025 verloren sie 1:0 gegen Tottenham in Bilbao und verpassten die Champions-League-Qualifikation. In dieser Saison liegt United auf Platz sechs in der Premier League, drei Punkte hinter den Top Vier, aber die jüngste Form ist miserabel mit nur drei Siegen in den letzten 11 Spielen.
Die Spannungen eskalierten nach einem hitzigen Treffen mit FußballDirektor Jason Wilcox am Freitag, wo Amorim negativ auf Kritik an seiner starren 3-4-3-Formation reagierte nach dem 1:1 gegen Tabellenletzten Wolves. In Nachspielkommentaren nach dem Unentschieden am Sonntag in Leeds betonte Amorim, er sei der 'Manager, nicht der Trainer' und signalisierte Bereitschaft, am Ende seines 18-monatigen Vertrags zu gehen. Der Klub erklärte, die Entscheidung sei 'zögerlich' getroffen worden, um das Premier-League-Ergebnis zu maximieren.
Amorim gewann nur 25 von 63 Spielen insgesamt (38,1% Siegquote), die niedrigste für einen permanenten United-Trainer seit Sir Alex Fergusons Rücktritt 2013. In der Premier League lag seine 31,9%-Quote am schlechtesten aller Zeiten, United erzielte 66 Tore, kassierte aber 72 in 47 Spielen. Im Sommer-Transferfenster 2025 wurden über 200 Millionen Pfund für Neuzugänge wie Benjamin Sesko, Bryan Mbeumo und Matheus Cunha ausgegeben, doch taktische Starrheit und Mannschaftsdisharmonie hielten an.
Ehemaliger United-Verteidiger Gary Neville forderte ein Ende der 'Experimente' und Rückkehr zum 'DNA' des Klubs mit abenteuerlichem, angriffslustigem Fußball. Ex-Torwart Mark Bosnich nannte den Klub ein 'vollständiges Chaos' und schlug Gareth Southgate als stabilisierenden Nachfolger vor. United plant einen Übergangstrainer bis Sommer, dann wird ein Dauernachfolger gesucht, mit Kandidaten wie Southgate, Oliver Glasner und Thomas Tuchel im Gespräch.
Darren Fletcher, Trainer der U18 von United und Ex-Mittelfeldspieler, übernimmt interimistisch für die Auswärtsreise am Mittwoch nach Burnley, um das Schiff inmitten anhaltender Instabilität zu stabilisieren.