Präsident Javier Milei reiste nach Oslo zur Nobelpreis-Friedenszeremonie, die an María Corina Machado verliehen wurde, kehrte aber nach Argentinien zurück, ohne die venezolanische Oppositionsführerin oder norwegische Beamte zu treffen. Die Tochter Machados nahm den Preis für sie entgegen, da ihre Ankunft nach der heimlichen Flucht aus Venezuela verzögert war. Die argentinische Regierung gratulierte Machado zu ihrem Kampf für die Demokratie.
Am 10. Dezember 2025 wurde María Corina Machado mit dem Friedensnobelpreis 2025 für ihren Aktivismus gegen das Regime von Nicolás Maduro in Venezuela ausgezeichnet. Sie konnte jedoch nicht an der Zeremonie in Oslo teilnehmen, da sie heimlich aus dem Land floh: Sie verließ nachts per Boot mit Unterstützung US-amerikanischer Beamter das Land, passierte Curaçao und reiste dann nach Norwegen. Ihre Tochter Ana Corina Sosa nahm den Preis für sie entgegen und las einen Brief ihrer Mutter während der Veranstaltung.
In der Rede schilderte Sosa den Kampf Venezuelas um Freiheit: „Eure Majestäten, Königliche Hoheiten, verehrte Mitglieder des Nobelkomitees, Bürger der Welt, liebe Venezolaner: Ich bin gekommen, um Ihnen eine Geschichte zu erzählen, die Geschichte eines Volkes und seines langen Marsches zur Freiheit.“ Sie kritisierte den Abbau der Demokratie seit 1999, die Verletzung der Verfassung, Korruption in den Streitkräften und Betrug bei den Wahlen 2024, bei denen Edmundo González Urrutia laut Oppositionszählungen 77 Prozent der Stimmen erhielt. Sie verurteilte die folgende Repression: „Die Diktatur reagierte mit Terror. Zweitausendfünfhundert Menschen wurden entführt, verschwunden oder gefoltert.“
Argentiniens Präsident Javier Milei nahm an der Zeremonie teil, zusammen mit Führern wie Daniel Noboa aus Ecuador, Santiago Peña aus Paraguay und José Raúl Mulino aus Panama. Aufgrund der Unsicherheit über Machados Ankunft kürzte Milei geplante Treffen mit König Harald V und Ministerpräsident Jonas Gahr Støre ab – die nicht im norwegischen Programm standen – und flog zurück, wobei er donnerstags morgens in Buenos Aires eintraf. Die argentinische Regierung veröffentlichte eine Gratulation an Machado: „Sie ist die weltweit anerkannteste Aktivistin und Politikerin für ihren unermüdlichen Kampf für Demokratie, Menschenrechte und individuelle Freiheiten.“ Sie zielte auf Maduros „sozialistisches Regime“ ab, das den Wahlergebnissen widerspricht, und bekräftigte Mileis Engagement für die Wiederherstellung der Demokratie in Venezuela.
Machado trifft in jener Nacht in Oslo ein und hält am Donnerstag eine öffentliche Rede, was in der norwegischen Presse Erwartungen weckt. Maduro reagierte derweil in Caracas mit einem Wutausbruch, rief zum Mobilisieren des Chavismus auf und „ihnen die Zähne zu brechen“ gegenüber den USA sowie verhinderte, dass Kardinal Porras das Land verließ.