Der erste Staatsbesuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Indien seit dem Ukraine-Krieg 2022 hat diplomatische Spannungen ausgelöst. Westliche Gesandte in Indien kritisierten Russland dafür, den europäischen Frieden zu untergraben, was eine scharfe Reaktion des russischen Botschafters provozierte. Der Besuch unterstreicht Indiens Herausforderungen beim Balancieren der Beziehungen zu Russland, den USA und der EU.
Putins Besuch hat Spannungen in den Indien-Russland-Beziehungen inmitten des laufenden Ukraine-Konflikts hervorgehoben. Die Leiter der französischen, deutschen und britischen diplomatischen Missionen in Indien verurteilten Russland scharf und warfen ihm vor, Friedensbemühungen in Europa zu sabotieren. Als Reaktion verteidigte der russische Botschafter die Ursprünge des Krieges und kritisierte Europa dafür, den Frieden nicht ernst zu nehmen.
Indien steht vor erheblichen Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zwischen seinen Partnerschaften mit den USA, der EU und Russland zu wahren. Vier Jahre nach der Invasion bleibt Russland wirtschaftlich isoliert, wobei seine Haupt-exportiert Energie globalen Alternativen ausgesetzt ist. Tief in die Weltwirtschaft eingebunden, ist Russland anfällig für Sanktionen, sogar von Verbündeten wie China, das Zahlungsabwicklungen aus Angst vor Sekundärsanktionen einstellte. Große Teile des Russland-China-Handels laufen nun über informelle Kanäle, was Moskau zwingt, Waren und Energie mit hohen Rabatten zu verkaufen.
Der Meinungsbeitrag argumentiert, dass es ungerecht sei, Indien die Last der bilateralen Beziehungen allein tragen zu lassen. Frieden in der Ukraine erfordert faire Bedingungen; ungerechte Abkommen könnten Russland weiter isolieren und seine globale Reintegration behindern. Da Indien seine Bindungen an den von den USA geführten Westen vertieft, riskieren beide Länder westlichen Druck, was ausgeglichene wirtschaftliche Beziehungen im Verhältnis zu Russlands westlichen Verbindungen erfordert.
Russlands Außenminister Sergei Lawrow hat Indiens Mitgliedschaft im Quad und seine US-Beziehungen kritisiert. Wenn Moskau jedoch von Indien Zurückhaltung in seinen China-Beziehungen erwartet, sollte es ähnliches Verständnis für Indiens US-Partnerschaft zeigen. Diese Ausrichtung resultiert aus Chinas Feindseligkeit gegenüber Indien, nicht aus antirussischer Absicht. Russland bleibt für Indien essenziell, aber Moskau muss die ungleiche Last für Neu-Delhi mindern, um die Beziehung aufrechtzuerhalten.
Der Autor Amit Kumar vom Indo-Pacific Studies Programm der Takshashila Institution betont die gegenseitige Verantwortung.