Der Dokumentarfilm MySpace, der den Aufstieg des wegweisenden sozialen Netzwerks nachzeichnet, feierte am 27. April auf dem Hot Docs-Festival Premiere. Mitgründer Chris DeWolfe sprach vor der Veranstaltung über die zufälligen Entdeckungsfunktionen der Website und äußerte Bedauern über den Verkauf an News Corp. Der von Tommy Avallone inszenierte und von Gunpowder & Sky produzierte Film hebt hervor, wie MySpace Karrieren wie die von Katy Perry und Taylor Swift startete.
MySpace wurde 2003 von Tom Anderson und Chris DeWolfe gegründet und entwickelte sich schnell zu einem kulturellen Phänomen, bei dem Nutzer ihre Profile wie ihre Zimmer gestalteten, inklusive Hintergrundmusik und den „Top 8“-Freunden. DeWolfe sagte gegenüber Deadline, die Plattform habe darauf abgezielt, Menschen miteinander zu vernetzen und ihnen die Möglichkeit zur Selbstdarstellung in den Bereichen Kunst, Musik und Spiele zu bieten. Sie war einzigartig, da sie organische Entdeckungen neuer Bands und Verbindungen basierend auf gemeinsamen Interessen förderte, anstatt auf Algorithmen zu setzen. DeWolfe beschrieb diese Art von Zufall als heute kaum noch replizierbar und hob sie von modernen, broadcast-artigen Feeds ab. Die Seite wurde 2005 für 580 Millionen Dollar von Rupert Murdochs News Corp übernommen. DeWolfe bedauert den Verkauf heute und nennt als Gründe mangelnde Autonomie, eine zu schnelle Expansion in zu viele Bereiche sowie aggressive Umsatzvorgaben, wie etwa 1 Milliarde Dollar Werbeeinnahmen bis 2008. Er verwies auf verpasste Chancen, wie mögliche Fusionen mit Facebook, und verglich den Druck mit dem auf das frühe YouTube oder heutige KI-Firmen, die die Monetarisierung länger hinauszögerten. Der von Tommy Avallone inszenierte und von Van Tofflers Gunpowder & Sky produzierte Film enthält zudem Beiträge von Produzenten wie Trent Johnson und Führungskräften der Documentary Group. DeWolfe, heute CEO des Videospielunternehmens Jam City, fungierte als beratender Produzent, war anfangs jedoch zögerlich; er ist stolz auf die Errungenschaften, war aber bereit, das Kapitel der sozialen Medien, das er mit Innovationen wie digitaler Musikverbreitung und Influencern mitprägte, hinter sich zu lassen.