In der Netflix-Dokumentation „Inside the Manosphere“ taucht Journalist Louis Theroux in die Welt frauenfeindlicher Online-Influencer ein. Er trifft Figuren wie Sneako und Harrison Sullivan, die Hass gegen Frauen und Minderheiten verbreiten und damit Geld verdienen. Expertin Sina Laubenstein warnt vor wachsendem Einfluss auf junge Männer.
Die Netflix-Dokumentation „Inside the Manosphere“ zeigt, wie Influencer wie Nicolas Kenn De Balinthazy (Sneako) mit 1,31 Millionen YouTube-Abonnenten antisemitische Verschwörungstheorien verbreiten, etwa dass Satanisten unter Führung der Rothschild-Familie die Welt regieren. Sneako wird von Plattformen gesperrt, bleibt aber ein Vorbild für Teenager. Theroux konfrontiert auch Harrison Sullivan (HSTikkyTokky) und Myron Gaines, die Konzepte wie „einseitige Monogamie“ propagieren, bei der Männer mehrere Partner haben dürfen, Frauen jedoch nicht. Andrew Tate, angeklagt wegen Menschenhandels und Vergewaltigung, verkauft Kurse bis zu 8000 US-Dollar und gilt als Szene-Ikone. Sullivan gibt zu, kontroverse Inhalte für „Clip-Farming“ zu nutzen, um Aufmerksamkeit und Einnahmen zu generieren, trotz Widersprüchen zu seinem privaten Leben. Die Manosphere ist ein loses Netzwerk aus Pick-up-Artists, Incels, MGTOW und Red Pillern, vereint durch Antifeminismus. Sina Laubenstein vom Institut für Strategischen Dialog (ISD) beschreibt es als fragmentiertes Ökosystem mit globaler Reichweite, das in Deutschland lokalisiert wird, etwa durch Coaches für Selbstoptimierung und Pick-up. Eine Meta-Analyse von 257 Studien bestätigt, dass frauenfeindliche Inhalte zu Feindseligkeit führen, besonders bei jungen Männern. Laubenstein plädiert für Demokratiebildung und Debatten über neues Männlichkeitsideal.