Magnus Carlsen und Hans Niemann haben in der am 7. April veröffentlichten Netflix-Dokumentation „Untold: Chess Mates“ erstmals öffentlich über die Betrugsvorwürfe beim Sinquefield Cup 2022 gesprochen. Carlsen erläuterte seine Verdachtsmomente während ihrer Partie in der dritten Runde, während Niemann über die Auswirkungen auf sein Leben reflektierte. Der Film enthält Einblicke beider Spieler sowie von Schachfunktionären.
Die 74-minütige Dokumentation beleuchtet Carlsens Rückzug vom Sinquefield Cup nach seiner Niederlage gegen den damals 19-jährigen Niemann. Zum Zeitpunkt der Partie führten beide Spieler mit jeweils 1,5 Punkten das Feld an. Carlsen beschrieb sein Unbehagen mit den Worten: „Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht gegen einen Menschen spielte.“ Er verwies auf frühere Bedenken bezüglich Niemanns Online-Auftritten und ihrer bisherigen Begegnungen, darunter der FTX Crypto Cup in Miami sowie Niemanns Äußerungen darüber, ihn als Weltmeister abzulösen. Carlsen betonte den psychologischen Nachteil: „Wenn man sich in einer Situation befindet, in der man seinem Gegner nicht vertraut, hat man einen enormen psychologischen Nachteil.“