Großmeister Anish Giri und Hikaru Nakamura haben sich in sozialen Medien öffentlich gestritten, ausgelöst durch überlappende Termine großer Schachveranstaltungen. Der Streit dreht sich um Zuschauerzahlen und Chancen inmitten der Vorbereitungen auf das Kandidatenturnier 2026. Beide Spieler treten beim bevorstehenden Event auf Zypern an, ihr Austausch beleuchtet Spannungen im sich wandelnden Schachumfeld.
Ein Termin-Konflikt zwischen der Grand Chess Tour (GCT) und dem Esports World Cup (EWC) hat einen verbalen Zusammenstoß zwischen zwei prominenten Schachfiguren ausgelöst. Die GCT, eine traditionelle Over-the-Board-Serie, unterstützt durch Rex Sinquefields Finanzierung und verbunden mit Großmeister Garry Kasparov, überschneidet sich mit dem EWC, einem neueren digitalen Event mit massiven saudischen Investitionen, das letztes Jahr erstmals Schach einschloss. Diese Überschneidung bedeutet, dass einige für die GCT verpflichtete Spieler die EWC-Finals verpassen könnten, trotz Qualifikation. Hikaru Nakamura, der 38-jährige fünffache US-Meister und beliebte Streamer mit 3,1 Millionen YouTube-Abonnenten, sprach das Thema in einem Video an. Er schlug vor, dass der Konflikt dem Schach nutzen könnte, indem er Plätze für Nachwuchsspieler freimacht, falls etablierte Namen das EWC auslassen. Er implizierte jedoch, dass einige Stammgeladene keine Zuschauer anziehen, was Kritik hervorrief. Anish Giri, der 31-jährige niederländische Großmeister bekannt für seinen Witz in sozialen Medien, konterte auf X (ehemals Twitter). „Hikaru behauptet ständig, er allein bringe all diese 'Zuschauerzahlen', aber ehrlich gesagt hat sogar eine Werbung(!), die ich für meine Website ChessMonitor gemacht habe, auf meinem völlig(!) inaktiven YT-Kanal mit 15x weniger Abonnenten kaum schlechter abgeschnitten als die meisten seiner jüngsten Videos. Werde größer oder netter, Hikaru. ✌️,“ schrieb Giri. Nakamura wies den Vergleich zurück und betonte seine Stärke im Live-Streaming gegenüber YouTube-Videos. Er fügte hinzu: „Leute, ihr seid ein bisschen zu früh dran. Sechs Wochen bis zu den Kandidaten. Bitte verschiebt den Zuschauerzahlen-Wettbewerb bis zur Woche vor dem Start. Dann wird es viel fesselnder!“ FIDE-CEO Emil Sutovsky versuchte zu vermitteln. Der Schlagabtausch eskalierte, als Giri Nakamura Egoismus vorwarf, um seine EWC-Chancen zu pushen, indem er Kollegen kleinredet. Nakamura erwiderte spöttisch: „Schachspieler denken immer, alles drehe sich um Strategien.“ Der Streit ereignet sich, während beide sich auf das Kandidatenturnier 2026 auf Zypern vorbereiten, ein zentrales FIDE-Event. Magnus Carlsen mit früheren Rivalitäten zu beiden lauert im Hintergrund. Wenngleich nicht so intensiv wie historische Schachfehden, unterstreicht der Online-Streit die wachsende Rolle von Persönlichkeit und Publikum im modernen Schach.