Olivier Marleix, ehemaliger Fraktionsvorsitzender der Les Républicains in der Nationalversammlung, hinterließ ein posthumes Zeugnis zur politischen Krise in Frankreich seit 2022. In seinem Buch 'Französische Auflösung, das Ende des Macronismus' beschreibt er die erzwungene Allianz zwischen dem Präsidentenlager und einer geschwächten Rechten. Das Werk, kurz vor seinem Suizid im Juli fertiggestellt, bietet einen Insiderblick auf die Verhandlungen, die zur Auflösung der Nationalversammlung im Juni 2024 führten.
Olivier Marleix, der von 2022 bis 2024 die Fraktion der Les Républicains (LR)-Abgeordneten in der Nationalversammlung leitete, war bekannt für seine scharfe Kritik am Macronismus, während er als widerstrebender Partner der relativen Mehrheit agierte. Mit 54 Jahren nahm er sich am 7. Juli das Leben, zwei Tage nachdem er die korrigierten Druckfahnen seines Buches an den Verlag geschickt hatte, die zu '99 %' abgesegnet waren. Mit Zustimmung der Familie von Robert Laffont veröffentlicht (288 Seiten, 20,50 Euro), schildert 'Französische Auflösung, das Ende des Macronismus' in der Ich-Form die politischen Umwälzungen der letzten drei Jahre.
Nostalgisch für den gaullo-pompidolianischen Staat, beschreibt Marleix seine Tage voller Verhandlungen mit einer geschwächten Mehrheit, die auf die 62 LR-Abgeordneten angewiesen war. Er umreißt, wie diese 'Verbindung aus Zweckmäßigkeit' zwischen dem Lager von Emmanuel Macron und der Rechten die zweite Amtszeit des Präsidenten prägte und im Juni 2024 mit der Auflösung der Nationalversammlung gipfelte. In Interviews seufzte er oft: 'Sie werden mich wieder dazu bringen, Schlechtes über Macron zu sagen', wenn Journalisten Erwartungen stellten.
Dieses Logbuch eines Schlüsselfigurs beleuchtet die inneren Dynamiken einer Krisenzeit, ohne auf Details zu den notwendigen Allianzen trotz ideologischer Gräben zu verzichten. Das Buch hilft Lesern, die Einsätze zu verstehen, die zur anhaltenden politischen Instabilität in Frankreich führten.