Angesichts des nahenden 16 Days of Activism in Südafrika hebt ein Meinungsstück den Burnout von Paralegals, Sozialarbeitern und Beratern hervor, die Überlebende von geschlechtsbasierter Gewalt unterstützen. Es plädiert für den Aufbau von Fürsorgegemeinschaften statt auf individuelle Resilienz zu setzen. Der Autor zieht aus persönlicher Erfahrung im Sektor, um systemische Veränderungen zu fordern.
Jedes Jahr erinnert die 16 Days of Activism-Kampagne die Südafrikaner daran, an der Seite von Überlebenden geschlechtsbasierter Gewalt (GBV) zu stehen. Der Meinungsbeitrag, veröffentlicht am 15. November 2025 in Daily Maverick, fragt jedoch, wer die Frontlinienarbeiter unterstützt – Paralegals in Community-Beratungszentren, Sozialarbeiter in unterfinanzierten Townships und Berater –, die täglich das Trauma der Überlebenden aufnehmen.
Diese Mitarbeiter sind unterbezahlt, überlastet und gefährdet durch Burnout, was zu hoher Fluktuation führt, die die Überlebenden doppelt im Stich lässt: zuerst durch die Gewalt, dann durch ein unhaltbares System. Der Autor, ein ehemaliger Menschenrechtsanwalt im GBV-Sektor, teilt persönliche Einblicke: „Jeder Versagen der Strafjustiz fühlte sich wie ein persönliches Versagen an. Jede Freisprechung, jeder Fall, der unter dem Gewicht von Verzögerungen oder Gleichgültigkeit zusammenbrach, lastete auf meinen Schultern, als hätte ich die Überlebende selbst im Stich gelassen.“
Burnout wird oft als persönliches Problem dargestellt, mit Lösungen wie Beratung oder Selbstfürsorge-Workshops, doch das ignoriert strukturelle Probleme wie wachsende Fallzahlen und unzureichende Vergütungen. Indem er auf afrikanisches feministisches Denken und die Ubuntu-Philosophie – „Ich bin, weil wir sind“ – zurückgreift, argumentiert der Beitrag, dass Fürsorge kollektiv sein muss. Er verweist auf Jessica Horns Ansicht, dass „emotionales Wohlbefinden politisch ist“, und betont, dass es nicht ausgelagert werden kann, solange systemische Probleme bestehen.
Überlebende werden durch Gemeinschaftsunterstützung aufrechterhalten, wie Nachbarn, die nachfragen, oder Gruppen, die Solidarität bieten, anstatt isolierter Sitzungen. Der Autor schlägt Arbeitsplätze mit gegenseitigen Check-ins, Ritualen wie gemeinsamen Mahlzeiten nach schwierigen Fällen, durchgesetzten Urlauben und Finanzierung für kollektive Fürsorge als essenzielle Infrastruktur vor.
Ohne dies bricht das System zusammen und untergräbt das Vertrauen. Angesichts des nahenden Kampagnenstartes fordert der Beitrag einen Wechsel von Slogans zu dauerhaften Fürsorgegemeinschaften, die Personal und Überlebende durch die Politik des Ubuntu zusammenhält.