Eine Sonderausstellung zum japanischen Manga mit dem Titel 'Manga. Eine Kunst für sich!' wurde der Presse im Guimet-Museum in Paris präsentiert. Sie verfolgt die Wurzeln des Manga vom traditionellen japanischen Kunsthandwerk bis zu modernen Erfolgen und hebt seinen globalen Einfluss hervor. Die Ausstellung öffnet am 20. November für die Öffentlichkeit und läuft bis zum 9. März 2026.
Am 19. November wurde eine Sonderausstellung zum japanischen Manga der Presse im Guimet-Museum in Paris vorgestellt und zog Scharen von Reportern und Fotografen an, die von den Exponaten fasziniert waren. Mit dem Titel 'Manga. Eine Kunst für sich!' untersucht sie, wie Manga unter dem Einfluss westlicher Karikaturen entstand und sich mit gesellschaftlichen Veränderungen zu einer vielfältigen Kunstform entwickelte.
In Frankreich gelten Comics als 'neunte Kunst' nach Malerei, Musik, Literatur und Film, wobei japanische Manga und Anime besondere Anziehungskraft ausüben. Zu den gezeigten Werken gehören Meisterwerke legendärer Künstler wie Osamu Tezuka, Shigeru Mizuki und Sanpei Shirato sowie zeitgenössische Hits wie 'One Piece' und 'Attack on Titan'. Serien wie 'Dragon Ball', 'Naruto' und 'Akira' werden für ihre Rolle bei der Japanisierung der europäischen Popkultur hervorgehoben.
Kuratorin Estelle Bauer betonte, dass traditionelle japanische Künste wie Bildrollen und Ukiyo-e-Holzschnitte die Grundlage für die blühende Manga-Kultur bildeten. 'Japanische Manga-Werke werden seit vielen Jahren geschaffen, was es Lesern ermöglicht, mit den Charakteren zu leben, indem sie sich in sie hineinprojizieren, und das ist der Schlüssel zu ihrem globalen Erfolg', sagte sie. Co-Kurator Didier Pasamonik erklärte der AFP: 'Das ist keine Comic-Ausstellung wie die anderen: Es ist eine Ausstellung, die Comics parallel zur Sammlung des Guimet stellt.' Er wies auf Präsentationen hin, die Noh-Theatermasken, Samurai-Kleidung und Katanas mit Originalzeichnungen kombinieren, einschließlich einer echten 'Dragonball'-Statue, die ein japanischer Shogun Napoleon III. schenkte.
Die Ausstellung verfolgt das Wort 'Manga' von 'man' (spontan) und 'ga' (Zeichnung) sowie die westlichen Begegnungen Japans im späten 19. Jahrhundert, die europäische Zeitungs-Karikaturen mit japanischer Mythologie in Kamishibai-Straßentheater verbanden. Sie umfasst Stile von Shojo (ursprünglich für Mädchen) bis Gekiga (dunkler, für Erwachsene). Ein separater Raum zeigt den 1831er Holzschnitt von Katsushika Hokusai 'Die große Welle vor Kanagawa', dessen 'klare und strukturierte Linien' nach Pasamonik die Comic-Ästhetik vorwegnehmen.
Während sie historischen Kontext bietet, untersucht die Ausstellung auch den Einfluss des Manga und schafft eine 'transnationale Gemeinschaft von Fans, die linguistische und kulturelle Grenzen überschreitet', wie Dozent Bounthavy Suvilay im Katalog schreibt. Einflüsse reichen bis zu Videospielen wie 'Super Mario' und 'The Legend of Zelda', animierten Serien wie 'Grendizer' und 'Captain Harlock', Pokémon-Karten und Mode von Louis Vuitton, Gucci und Julien David. Alte Erzählrollen und mittelalterliche Masken werden neben modernen Werken ausgestellt, um die kreativen Wurzeln des Manga widerzuspiegeln.