Dirk Bosmans, Generaldirektor der europäischen PEGI-Altersfreigabe-Organisation, stand vor einem persönlichen Dilemma, als er gefragt wurde, ob er seinem 15-jährigen Sohn das bevorstehende Grand Theft Auto 6 erlauben würde. Das Spiel, wie seine Vorgänger, trägt eine PEGI-18-Freigabe und löst Debatten über das Spielen durch Minderjährige aus. Bosmans betonte informierte elterliche Entscheidungen und bevorstehende Änderungen im Klassifikationssystem von PEGI.
Die Grand Theft Auto-Serie ist seit Langem ein Streitpunkt in Diskussionen über altersgerechtes Gaming, wobei jede Folge in Europa mit PEGI 18 bewertet wird, was auf Eignung nur für Erwachsene hinweist. Trotzdem bleiben die Spiele bei Teenagern beliebt, angetrieben durch Gruppendruck und kulturellen Hype. Mit dem Release von Grand Theft Auto 6 im November ist das Thema wieder aufgeflammt. \n\nIn einem kürzlichen Interview gab Dirk Bosmans, Generaldirektor von PEGI, Einblicke in die Dynamik in seiner eigenen Familie. Bosmans hat einen 15-jährigen Sohn, der die Rolle seines Vaters „ziemlich cool“ findet, aber mögliche Einschränkungen erkennt. Auf die direkte Frage, ob er seinen Sohn GTA 6 spielen lassen würde, erwiderte Bosmans: „Ich wusste, dass diese Frage kommen würde!“ Er gab die Herausforderung zu, und bemerkte: „Mein Sohn sagte zu mir: ‚Papa.‘ Es war so: ‚Ich bin geliefert, oder? Mein Dad ist der Direktor von PEGI.‘“\n\nBosmans hob die Mission von PEGI hervor, Eltern zu informierten Entscheidungen zu verhelfen. „Wenn ein Elternteil das PEGI-Alter anschaut und dann sagt: ‚Dieses Spiel hat 16, aber mein 14-Jähriger ist alt genug dafür‘, dann ist das eine informierte Entscheidung“, erklärte er. Er betonte Alternativen und wies darauf hin, dass es für jedes eingeschränkte Spiel viele altersgerechte Optionen gibt, die ebenso fesselnd sein können. Gruppendruck erschwert die Sache jedoch, besonders bei einem Event wie GTA 6.\n\nDie Verschiebung von GTA 6 brachte Bosmans etwas Erleichterung. „Ich gebe zu, ich war sehr dankbar für die Verschiebung von GTA 6“, sagte er lachend. Er gab zu, dass es für seinen Sohn immer noch zu früh kommen könnte. Um damit umzugehen, plädiert Bosmans für offene Gespräche statt strenger Befolgung der Freigaben. „Statt sich strikt an die Altersfreigabe zu halten, ist das Gespräch mit dem Kind das Wichtigste“, riet er. Gemeinsames Spielen, fügte er hinzu, kann die Tiefe der Spiele offenbaren, wobei er Minecraft als Beispiel nannte, bei dem Kinder detaillierte Erklärungen abgeben.\n\nDas Interview berührte auch bedeutende Aktualisierungen des PEGI-Systems, die ab Juni gelten. In-Game-Käufe wie bezahlte Zufallsgegenstände wie Lootboxen werden nun die Freigaben beeinflussen und potenziell automatisch PEGI 16 für betroffene Titel vergeben. Spiele wie EA Sports FC, derzeit mit PEGI 3 freigegeben, könnten Änderungen erfahren, obwohl die meisten Titel unberührt bleiben.\n\nBosmans teilte eine leichtere Anekdote über seine eigenen Gaming-Gewohnheiten und erwähnte, dass er Hades 2 noch nicht gespielt hat, obwohl er das erste Hades liebte, das er nutzte, um seinem Sohn die griechische Mythologie beizubringen. Diese Aufschub-Taktik könnte helfen, die Wartezeit auf GTA 6 zu verlängern.