Der Tod einer Familie aus Hamburg in Istanbul durch mutmaßliche Pestizidvergiftung wirft Fragen auf. Berichte deuten auf mindestens einen weiteren Fall hin, bei dem ein Kind starb. Die gleiche Schädlingsbekämpfungsfirma war involviert.
Im November starben vier Mitglieder einer Familie aus Hamburg während ihres Urlaubs in Istanbul. Zunächst wurde eine Lebensmittelvergiftung vermutet, doch ein vorläufiges Gutachten der Rechtsmedizin deutet auf Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung im darunterliegenden Zimmer hin. Dies ist jedoch noch nicht gesichert, und Lebensmittelvergiftung gilt nun als unwahrscheinlicher.
Nun mehren sich Hinweise auf weitere Vorfälle. Im April erlag ein drei Jahre alter Junge in Istanbul einer Pestizidvergiftung, wie die Nachrichtenagentur DHA berichtet. Das Kind erbrach sich mehrmals zu Hause, wurde ins Krankenhaus gebracht und starb dort. Die Autopsie bestätigte die Vergiftung durch Pestizide, die bei einer Schädlingsbekämpfung in der Nachbarwohnung eingesetzt wurden. Der Vater erstattete Anzeige gegen das Unternehmen, und die Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Es handelt sich um dieselbe Firma, die auch im Hotel der Hamburger Familie tätig war.
Zudem wurde im November 2024 der Tod einer deutschen Austauschstudentin gemeldet. Ursprünglich als Lebensmittelvergiftung eingestuft, gibt es nun Anhaltspunkte, dass Pestizide gegen Bettwanzen die Ursache waren.
Die Beisetzung der Hamburger Familie sorgte für große Anteilnahme. Angehörige warfen den Ärzten vor, Zeit verschwendet zu haben. Die Fälle werfen ein Schlaglicht auf Sicherheitsmängel bei Schädlingsbekämpfungen in Istanbuler Unterkünften.