Der US-Vizepräsident JD Vance wird voraussichtlich zwischen dem 25. und 30. November einen offiziellen Besuch in Kenia abstatten. Der Besuch erfolgt zu einem sensiblen Zeitpunkt für die Handels- und Sicherheitsbeziehungen zwischen Kenia und den Vereinigten Staaten. Die Regierung von Präsident William Ruto hofft, die engen Beziehungen wiederzubeleben, die unter der Administration von Joe Biden bestanden.
Der Besuch von Vizepräsident JD Vance bringt Nairobi wieder auf die internationale diplomatische Bühne, etwa anderthalb Jahre nach dem historischen Staatsbesuch von Präsident William Ruto in den Vereinigten Staaten im Mai 2024. Auf dieser Reise wurde Kenia zum Status eines „Major Non-NATO Ally“ (MNNA) erhoben, dem ersten Land südlich der Sahara, das diesen Status erhielt, und positioniert es einzigartig als engen US-Partner in militärischen und sicherheitspolitischen Angelegenheiten.
Obwohl das State House in Nairobi zu Details schweigt, haben hochrangige Gespräche zwischen Beamten beider Länder fortgesetzt. Der Außenminister und Kabinettssekretär Musalia Mudavadi erklärte: „Im vergangenen Jahr wurden viele gegebene Versprechen nun in die Tat umgesetzt, und der Fortschritt ist zufriedenstellend.“ Der stellvertretende Außenminister Dr. Korir Sing’oei fügte hinzu, dass der Besuch die Solidität der Beziehungen und die Kontinuität der Diskussionen nach Rutnos Reise demonstriert, eine Ehre, die keinem afrikanischen Führer seit über 20 Jahren zuteilwurde.
Allerdings haben einige republikanische Abgeordnete eine Überprüfung des MNNA-Status vorgeschlagen und auf Kenias Verbindungen zu China, Russland und Iran hingewiesen. Im August brachte Senator Jim Risch einen Gesetzentwurf zur Neubewertung ein und verwies auf Handel und Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen. Mudavadi bestätigte, dass die Zusammenarbeit gut vorangeht, mit neuen Gesprächen zu Technologie für die Herstellung elektronischer Komponenten und Seltene Erden.
Handel ist ein zentraler Agenda-Punkt, insbesondere im Hinblick auf den African Growth and Opportunity Act (AGOA), dessen Ablauf im September 2026 geplant ist. Die Trump-Administration hat das Programm um ein Jahr verlängert, um Kenia die Renegotiation langfristiger Abkommen zu ermöglichen. Mudavadi sagte: „Wenn die USA AGOA nicht für alle Länder aufrechterhalten, muss jedes Land seine eigenen Bedingungen verhandeln.“
Der Besuch befasst sich auch mit der Friedenssicherungsoperation in Haiti, wo Kenia 800 Polizisten entsandt hat, aber die Initiative leidet unter Finanzmangel, nachdem die USA angedeutet haben, ihren Beitrag von 200 Millionen Dollar streichen zu können. Dies geschieht inmitten der Bedenken Washingtons hinsichtlich des wachsenden Einflusses Chinas in Afrika, insbesondere nach Rutnos Besuch in Peking im April, bei dem er und Präsident Xi Jinping der Stärkung der wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit zustimmten. Analysten sagen, dass Vances Reise darauf abzielt, sicherzustellen, dass Kenia ein strategischer Pfeiler für die USA in Handel, Verteidigung und regionaler Sicherheit bleibt.